Bund und Länder-Vereinbarung zum Corona-Lockdown. Ein Kommentar

Aktuell fahren alle „auf Sicht“. Konsumenten, Politiker, Verbände und vor allem die Unternehmer selbst. Dem großen Informationsbedürfnis auf Seiten unserer Mitglieder sind wir seit Beginn des Lockdowns über unseren Blog, das interne OnlineForum sowie über all unsere Social Media Kanäle nachgekommen, haben tagtäglich über Neuerungen informiert und Handlungsempfehlungen ausgesprochen, Checklisten und Guidelines zur Verfügung gestellt. In den zahlreichen Webkonferenzen der vergangenen Wochen, in denen wir über rechtliche Maßgaben informiert und in Branchengruppen gemeinsam mit unseren Mitgliedern diskutiert haben nahmen wir ein enormes Interesse an der aktuellen Entwicklung wahr. Die alles dominierende Frage dahinter: wann geht es endlich wieder weiter?

Die gestrigen Beschlüsse der Bundesregierung sowie der Bundesländer konnten allerdings für zahlreiche unserer Mitgliedsunternehmen keine zufriedenstellende Antwort liefern. Die schrittweise Aufhebung des Lockdowns, die Öffnung von Unternehmen, beispielsweise im Einzelhandel, wird eine Erleichterung darstellen und sukzessive zu einem annähernd normalen Wirtschaftsleben zurückführen. Dennoch: Im Namen aller im Franchise vertretenden Branchen erwarten wir weitere Perspektiven:

Selbstverständlich gilt auch hier:  Abstandsregelungen und Hygienevorschriften – so wie jetzt ja bereits in den geöffneten Betrieben praktiziert –müssen eingehalten werden. Dieses sicherzustellen, stellte für die Händler allerdings kein Problem dar.

  • Wenn ab dem 04. Mai eine Öffnung von Friseurbetrieben ermöglicht wird, dann muss diese Regelung gleichermaßen für Unternehmen zum Beispiel auch aus der Fitnessbranche gelten. Denn wenn bei Friseuren die Einhaltung von Sicherheits- und Hygienemaßnahmen vorausgesetzt werden kann, so sollte dies ebenfalls für die Fitnessunternehmen gelten können.

Die gestern verabredeten „Lockerungen“ stellen für eine Vielzahl mittelständischer Unternehmer in Deutschland keine wahre Perspektive dar. Im Gegenteil. Sie führen gerade für die oben erwähnten Branchen einen Existenz bedrohenden Stillstand weiter. Was Selbständige und deren Mitarbeiter aktuell mehr denn je brauchen ist eine wirkliche Handreichung und verbindliche bundeseinheitliche Informationen, welchen Kurs die Entscheidungsträger in den nächsten Tagen fahren, welche Konjunkturprogramme und Steuerbegünstigungen für die extrem betroffenen Betriebe besagter Branchen zur Verfügung gestellt werden. Da sehen wir z.B. eine längerfristige Aussetzung der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen oder im Speziellen in der Gastronomie – eine Verringerung des Mehrwertsteuersatzes auf 7% als probate Mittel an. Vor allem muss eine einheitliche Lösung innerhalb der Bundesländer hergestellt werden. Dort, wo bislang an vielen Orten noch “Wildwuchs” herrscht.

Es stehen Existenzen auf dem Spiel, die durch die aktuellen „Sofortmaßnahmen“ der öffentlichen Institutionen wohl kaum über einen längeren Zeitraum kompensiert werden können.

Wir sind uns sicher, dass Franchisesysteme sich gerade in dieser Krisensituation beweisen werden. Über ihren Netzwerkgedanken selbständiger Unternehmer in den Zentralen und vor Ort, ihre Solidaritätsgemeinschaft und gemeinsame Werte. Über ihre gemeinsamen Kooperationen in 1000 Markenunternehmen mit über 140.000 selbständigen Franchiseunternehmern in zahlreichen Branchen. Doch ohne institutionelle Hilfe für die besagten Branchen – rasch, unbürokratisch und nachhaltig – wird es in dieser Krise sicherlich nicht funktionieren. Da greifen die gestern angekündigten Maßnahmen eindeutig zu kurz.

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