Nicht nur überleben, sondern gesund durch die Krise. Mit ISEM das Eigenkapital stärken!

Als Covid 19 über die deutsche Wirtschaft hereinbrach, war mir schnell klar, dass dies die Wirtschaft vor eine gewaltige Herausforderung stellen würde. Erinnern wir uns – Mitte März ging Deutschland in den Lockdown. Und niemand wusste zu dem Zeitpunkt für wie lange. Wie würden sich nach dem Ende des Lockdowns die Kunden verhalten? Von einem Tag auf den anderen brachen den Unternehmen Einnahmen teilweise komplett weg. Kosten hingegen ließen sich nur mühsam senken. Liquidität zu erhalten, war das Gebot der Stunde.

Warum wird Eigenkapital zum Problem?

Um ein drastisches Bild zu verwenden: Die deutsche Wirtschaft hatte einen schweren Verkehrsunfall. Es gab jede Menge unverschuldeter, blutender Unfallopfer. Darunter auch zahlreiche Franchise-Unternehmen. Erst einmal ging es darum, sie zu stabilisieren und durch Zufuhr von Liquidität am Leben zu erhalten. Quasi die Erstversorgung am Unfallort. Die deutsche Politik hat zum Glück sehr beherzt sehr weitreichende Unterstützungen beschlossen. Gerade die Programme der www.kfw.de kamen zur rechten Zeit.

Jeder, der sich tiefer mit Unternehmensfinanzierung beschäftigt, sah aber sofort, dass es damit nicht getan war. Sondern dass über kurz oder lang das Eigenkapital zum Engpass werden würde. Eigenkapital ist das Lebenselixier eines Unternehmens, die persönliche Blutgruppe. Wenn dem Organismus hiervon nicht genügend zur Verfügung steht, wird es irgendwann eng. Aktuelle Verluste schwächen die Eigenkapitalquote. Aber: Auch jede Kreditaufnahme verschlechtert die Eigenkapitalquote des Unternehmens zusätzlich. Darunter leidet die Bilanzstruktur, was bei Lieferantenkonditionen, künftigen Investitionen, Bankgesprächen usw. zum Problem wird. Die Folgen können fatal sein. So wie bei jedem Unfallopfer, das nicht dauerhaft gesundet.

Ich habe vor zwei Jahren das Unternehmen Companylinks gegründet, eine digitale Matching-Plattform für veräußerungswillige Unternehmer und potenzielle Investoren. Auch wir waren unmittelbar betroffen, denn der Markt war über Nacht zusammengebrochen. Aber wir hatten ein Geschäftsmodell, das wir genau zur Lösung der Eigenkapitalproblematik zum Einsatz bringen konnten. Das war die Geburtsstunde von ISEM, der Initiative zur Stärkung des Eigenkapitals im Deutschen Mittelstand. Gemeinsam mit Wirtschaftsverbänden wie dem Deutschen Franchiseverband, Beratungsgesellschaften sowie Unternehmen haben wir ISEM bereits im April ins Leben gerufen. Die Initiative wird von Kammerorganisationen und politischen Entscheidern unterstützt.

Wie funktioniert ISEM?

Die ISEM bietet kapitalsuchenden Unternehmen in der aktuellen Situation die Möglichkeit, zeitnah über private und institutionelle Investoren dringend benötigtes Eigenkapital zu erhalten. Marktteilnehmer können sich auf der Plattform registrieren und dabei ihre individuellen Vorstellungen hinterlegen – entweder Kapital zur Verfügung stellen oder Kapital nachfragen. Das Verfahren ist diskret. Die Datenbank ist nicht öffentlich zugänglich. Der Unternehmer entscheidet selbst, an welchen Investor er sich persönlich wendet. Eine Gebühr wird hierfür nur im Erfolgsfall, also wenn das gesuchte Kapital geflossen ist, fällig.

Für wen ist ISEM sinnvoll?

ISEM konzentriert sich ganz bewusst auf den deutschen Mittelstand. Es geht nicht um Unternehmen mit Zugang zum Wirtschaftsstabilisierungsfonds, sondern um Unternehmen in einer Größenordnung zwischen 5 und 50 Millionen Euro Umsatz. Die Initiative richtet sich an die Unternehmen, die unter normalen Bedingungen erfolgreich wirtschaften, die aber durch die Auswirkungen der Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind. Diese Entwicklung hat auch vor der Franchise-Wirtschaft nicht Halt gemacht. ISEM kann Franchisesystemen ebenso helfen wie einzelnen größeren Franchisenehmern. Aufgrund der Komplexität einer Kapitalbeschaffung ist diese über ISEM ab einer Größenordnung von 100.000 Euro sinnvoll. Das Instrument der Wahl sind insbesondere Stille Beteiligungen. Sie sind einfacher in der Abwicklung, in der Regel befristet und oft mit konkreten Rückzahlungsvereinbarungen verbunden. Sie werden von Lieferanten und Banken als wirtschaftliches Eigenkapital anerkannt und stärken so die Finanzierungsstruktur.

Was muss man sonst wissen?

Die ISEM Plattform bringt nicht nur potenzielle Investoren und kapitalsuchende Unternehmen zusammen. Hier finden sich auch spezialisierte Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Banken, die zur Abwicklung solcher Transaktionen benötigt werden.

Ich will nicht schwarzmalen. Aber wir werden im kommenden Herbst und Winter noch viele dramatische Situationen im deutschen Mittelstand erleben. Erfahrene Marktteilnehmer rechnen mit potenziell 70.000 Insolvenzen, einer Verdreifachung gegenüber 2019. Überschuldung wird der häufigste Grund dafür sein. Die ISEM ist eine Möglichkeit, Unternehmen in dieser Ausnahmesituation zu unterstützen.

www.initiative-eigenkapital.de

 


 

Über den Autor Matthias Wittenburg:

Der Assoziierte Experte im Deutschen Franchiseverband ist Gründer von COMPANYLINKS und Impulsgeber für ISEM. Nach einer mehr als 25-jährigen Karriere im internationalen Bankgeschäft gründete er 2017 eine Unternehmensberatung, die mittelständische Unternehmen bei der Suche nach Investoren oder Nachfolgern begleitet. Zuvor war er bei führenden Banken im Bereich Corporate Finance tätig, zuletzt vier Jahre lang als Vorstand der HSH Nordbank, heute Hamburg Commercial Bank.

 

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