Franchise-Neugründer sind 2015 weiterhin Mangelware – Die deutsche Franchisewirtschaft wächst mit bestehenden Franchisepartnern und externen Unternehmern

Dies sind die Ergebnisse einer vom Deutschen Franchise-Verband e.V. (DFV) unter rund 500 Personen aus Mitgliedsunternehmen durchgeführten Online-Umfrage im Zeitraum November und Dezember.

2015 nahm die Expansion mit Franchisegründern im Vorjahresvergleich um weitere 10 Prozentpunkte von 47 auf 37 Prozent ab. Franchisesysteme suchen nach neuen Wachstums-Alternativen und expandierten weiterhin verstärkt mit bestehenden Franchisenehmern und Unternehmern, die sich ihren Franchisesystemen anschlossen. 58 Prozent wuchsen dabei mit 1 bis 5 neuen Franchisepartnern.

Bei der Gewinnung neuer Franchisenehmer waren Fach- und Führungskräfte 2015 erneut mit 42 Prozent die gefragteste Zielgruppe. Gründer aus der Arbeitslosigkeit wurden bei nur 8 % der befragten Systeme gewonnen.

2015 wurden bei 73 % der befragten Franchisegeber Vertragsverhältnisse mit Franchisenehmern aufgelöst, fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Mehrzahl der Franchisepartner schied wegen mangelnden wirtschaftlichen Erfolgs aus.

Aus 48 Prozent der befragten Franchisesysteme finanzierten sich die Franchisenehmer mit einer Mischfinanzierung aus privatem und fremdem Kapital. 83 Prozent des Fremdkapitals wurden dabei wie im letzten Jahr von Banken und Förderbanken bereitgestellt.

Die detaillierte Auswertung des Franchise-Barometers 2015 können Sie unter folgendem Link einsehen: http://goo.gl/chj55M.

„Die diesjährigen Ergebnisse sind für uns nicht überraschend, denn sie spiegeln jenes Bild wieder, was wir als DFV seit Jahren beobachten. Eine fehlende, beziehungsweise rückläufige Gründerkultur in Deutschland, die erstarkte Volkswirtschaft, welche die Entwicklung zur „fast“ Vollbeschäftigung befördert und der demographische Wandel tragen dazu bei, dass der „Kampf um die besten Franchisenehmer“ schon längst in vollem Gange ist“, so Torben L. Brodersen, Geschäftsführer des Deutschen Franchise-Verbandes e.V. „Als Interessenvertretung und Sprachrohr der deutschen Franchisewirtschaft ist die Stärkung der Gründerkultur eines unser obersten Ziele. Hierfür werden wir uns auch 2016 wieder verstärkt einsetzen.“

Titelbild Franchise-Barometer

Kommentare

1 Kommentar

  1. Frank Kolbe / www.tabdeutschland.de

    Ein interessanter Beitrag! In unserem relativ jungen System (The Alternative Board ist seit 25 Jahren am Markt, aber erst seit 2013 in Deutschland) war die eine Hälfte der 10 neuen Partner, die 2015 als Gründer an den Start gingen, vorher in einem Angestelltenverhältnis und die andere Hälfte als Berater selbständig. Eine weitere Stärkung der deutschen Gründerkultur ist auf jeden Fall ein wichtiger Faktor, damit vor allem Fach- und Führungskräfte die Entscheidung für eine Selbständigkeit als attraktiven Karriereschritt sehen, der sie sowohl wirtschaftlich als auch persönlich ihren Zielen näher bringt. Insofern begrüßen wir Ihre Initiative und wünschen Ihnen und uns, dass sie bald Früchte trägt.

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