Nach der MPK ist vor der MPK? Wir brauchen einen klaren und gemeinsamen Blick nach vorn.

Frust, Wut und Verzweiflung. Diese Schlagworte stechen bei der Nachbetrachtung der Bund-Länder-Beratungen in den Statements der RepräsentantInnen der mittelständischen Wirtschaft heraus.

Frust, weil am Mittwoch eine weitere wichtige Gelegenheit versäumt wurde, bundesweite Rahmen und nachvollziehbare Perspektiven für einen Restart der geschlossenen Betriebe zu formulieren. Wut, weil die Beschlüsse (die einzelnen Branchen vermeintlich erste sachte Schritte zum Restart ermöglichen sollen) nicht nur unzureichend und nicht nachvollziehbar sind, sondern insgesamt seit Monaten Zukunftsoptionen vermissen lassen. Abertausende UnternehmerInnen sind weiterhin zur Geduld verdammt, das wird immer schwerer erträglich. Und schließlich Verzweiflung, da Hilfsgelder nur spärlich fließen und vor Ort Existenzen gefährdet sind, Betriebe bereits aufgegeben haben. Da helfen alle gut gemeinten Signale vor allem aus dem Wirtschaftsministerium nichts. Über Wochen wurden gerade im zurückliegenden Jahr Hürden aufgebaut, die man jetzt versucht zu beseitigen. Und „endlich“ soll nun auch seit Mittwoch die Überbrückungshilfe III beantragt werden können, erste Gelder fließen bereits laut Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

Die Botschaften sind mehr als nachvollziehbar. Was allerdings bleibt, ist der unbedingte Blick nach vorn. Er darf nur nicht am 07. März hängen bleiben. Denn die Erfahrung zeigt uns, dass die Fokussierung auf die Sitzungen der MPK keinen Sinn ergibt.

  • Die Bundesländer agieren unterschiedlich: Gleich nach der MPK haben Landesregierungen- und Parlamente getagt. Haben ihren eigenen Rahmen gesteckt, sich mit Stufenplänen für einen Restart befasst und einzelnen Branchen eine Wiedereröffnung in Aussicht gestellt. Es ist realistisch, dass sich hier Dinge schneller fortbewegen werden als auf Bundesebene. Damit gehören die Länder bei der Außenkommunikation mit Entscheidungsträgern stärker ins Blickfeld.
  • Netzwerkbildung nimmt immer mehr an Fahrt auf: In unterschiedlichen Branchen (insbesondere Handel, Gastronomie, Nachhilfe etc.) haben sich Initiativen gebildet, die immer mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das ist gut so. Denn die einzelnen Branchen haben auch jeweils spezifische Forderungen, Stufenpläne und Lösungsansätze zu bieten. Das hilft gerade nach innen. Aber auch im nächsten Schritt nach außen.
  • Konzertierte und konstruktive Ansätze müssen nach außen übergreifend an Bedeutung gewinnen. Auf der einen Seite werden auf den unterschiedlichen Ebenen wie oben beschrieben branchenspezifische Initiativen entwickelt und Brandbriefe verschickt, auf der anderen Seite ein Wirtschaftsgipfel gefordert- welcher nun seitens des Wirtschaftsministers für kommenden Dienstag einberufen wurde. Bei aller Heterogenität ist ein eben solcher Gipfel wichtig: Alle Interessengruppen des Mittelstandes müssen bei aller Unterschiedlichkeit der Ausgangssituationen zusammengeführt und gemeinsame Forderungen zur Umsetzung auf Bundes- und Länderebene formuliert werden. Da bedarf es natürlich nicht nur eines Treffens. es muss auch darüber hinaus mehr Schlagkraft erzeugt werden. Die unterschiedlichen Akteure innerhalb der mittelständischen Wirtschaft werden sich hingegen keinen Gefallen damit tun, jeweils nur einzeln und für sich zu agieren.

Das konstruktive und gemeinsame Vorgehen ist eine logische und konsequente Ergänzung der Voranstellung von Partikularinteressen. Sie entspricht dabei auch der Struktur und der Philosophie des Deutschen Franchiseverbandes und wird im Fokus unserer politischen Arbeit der nächsten Wochen stehen.

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