Aktuelles aus der Rechtsprechung: Aufklärungspflichtverletzung durch Angabe geschätzter Umsatzzahlen

Ein Urteil bestätigt einmal wieder die Standards, die der Deutsche Franchiseverband entwickelt hat – die Richtlinie zur Vorvertraglichen Aufklärung. Mitglieder des Franchiseverbandes können diese exklusiv nutzen und anfordern.

 Sachverhalt

Der Franchisegeber wollte expandieren und weitere Franchisenehmer gewinnen. Der zukünftige Franchisenehmer bekam eine Ertragsvorschau, auf Grundlage dessen der Franchisenehmer wiederrum eine „realistische“ Kalkulation errechnete. Diese führte dazu, dass der Franchisenehmer den Franchisevertrag unterschrieb. Weiterlesen „Aktuelles aus der Rechtsprechung: Aufklärungspflichtverletzung durch Angabe geschätzter Umsatzzahlen“

Rechtsausschuss des Deutschen Franchiseverbandes: neue Beiratsordnung erarbeitet – geballtes Know-how für seine Mitglieder

RA2Für den Deutschen Franchiseverband ist es wichtig auf das fachliche Know-how der Experten aus dem Rechtsausschuss zurück greifen zu können. Wichtig deswegen, da dieses Wissen nicht nur seinen Mitgliedern exklusiv zur Verfügung gestellt wird sondern auch Standards zur Professionalisierung eines Franchisesystems hier gesetzt werden.

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Qualitätsgemeinschaft stärken – DFV Richtlinie zur vorvertraglichen Aufklärung

Fehlervermeidung bei der vorvertraglichen Aufklärung: dies sollten Sie wissen!

Der Franchisegeber hat den potentiellen Franchisenehmer umfassend und vollständig aufzuklären und darf im Rahmen der konkreten Vertragsverhandlungen sein System nicht erfolgreicher darstellen, als es ist. Denn die Folgen sind gravierend – bei fehlerhafter Aufklärung kann der Franchisenehmer auch nach Jahren der Zusammenarbeit mit dem Franchisegeber vom Franchisevertrag zurücktreten oder Schadensersatz verlangen.

Wird während der vorvertraglichen Aufklärung von Seiten des Franchisenehmers nach der Rentabilität des Franchisesystems gefragt, so hat der Franchisegeber zutreffende Angaben über die erzielbaren Umsätze zu machen. Diese Angaben müssen auf einer sorgfältigen Untersuchung des Marktes beruhen, auf den konkreten Standort ausgerichtet sein und dürfen nicht lediglich den Charakter einer Schätzung aufweisen. Wenn nur eine Schätzung möglich ist, so muss eindeutig darauf hingewiesen werden. Weiterlesen „Qualitätsgemeinschaft stärken – DFV Richtlinie zur vorvertraglichen Aufklärung“

Der optimale Franchisevertrag: seit über zwanzig Jahren das Rechtsseminar in der Franchisewirtschaft

Von Donnerstag, den 24. bis Freitag, den 25. November fand in Frankfurt das Seminar des Deutschen Franchise-Institutes (DFI) Optimale Franchiseverträge statt.

Das Seminar führte durch den Aufbau und den Inhalt eines typischen Franchisevertrages. Gemeinsam mit den 26 Teilnehmern wurden immer wieder auftretende Fehler bei der Klauselgestaltung aufgezeigt und erörtert. Zudem wurden die Besonderheiten bei internationalen Franchiseverträgen und aktuelle Entwicklungstendenzen des internationalen Franchiserechts dargestellt. Als Referenten konnte das DFI die Franchiserechtsexperten Horst C. Becker (ARIATHES Rechtsanwälte), Dr. Tom Billing (Noerr LLP), Prof. Dr. Eckhard Flohr (LADM–Rechtsanwälte), Prof. Dr. Karsten Metzlaff (Noerr LLP) sowie Dr. Ilmo Pathe (LADM-Rechtsanwälte) gewinnen. Weiterlesen „Der optimale Franchisevertrag: seit über zwanzig Jahren das Rechtsseminar in der Franchisewirtschaft“

Die typische Werbung von Franchisesystemen wird nicht in Frage gestellt – Zu den Entscheidungen des BGH in Sachen Fressnapf

Mit Urteil vom 4. Februar 2016 (Aktenzeichen I ZR 194/14) hat der Bundesgerichtshof (BGH) einen Werbeflyer von Fressnapf in einem bestimmten Punkt wettbewerbsrechtlich beanstandet. Dieses Urteil wird mitunter so verstanden, dass es die Werbung von Franchisesystemen erheblich erschwert. Diese Sichtweise wird der Entscheidung des BGH im Ergebnis nicht gerecht. Mit anderen Worten: man sollte die Bedeutung der Entscheidung nicht überschätzen. Das Urteil des BGH stellt die typische Werbung von Franchisesystemen nicht in Frage. Das folgt bereits aus dem Urteil selbst und wird durch einen (in demselben Verfahren auf eine Anhörungsrüge hin ergangenen) Beschluss des BGH vom 28. April 2016 erfreulicherweise klargestellt. Der BGH hatte über eine bestimmte Einzelfallkonstellation zu entscheiden, die sich einer Verallgemeinerung entzieht. Weiterlesen „Die typische Werbung von Franchisesystemen wird nicht in Frage gestellt – Zu den Entscheidungen des BGH in Sachen Fressnapf“

Dauerbrenner Franchiserecht: unwirksam gekündigt, was sind die Folgen?

Die Ansprüche des Franchisenehmers gegen den Franchisegeber bei ungerechtfertigter Kündigung eines Franchisevertrages

Sachverhalt Contract

In einer Entscheidung des OLG München musste der Sachverhalt geklärt werden, welche Ansprüche einem Franchisenehmer gegen den Franchisegeber zustehen, wenn zu Unrecht eine außerordentliche Kündigung des Franchisevertrages ausgesprochen wurde. Weiterlesen „Dauerbrenner Franchiserecht: unwirksam gekündigt, was sind die Folgen?“

Dauerbrenner Franchiserecht: Kündigungs- und Vertragsstrafenklauseln in Vertriebsverträgen

Business worker signing the contract to conclude a dealFragen die immer wiederkehrend auftauchen. Fragen die uns, der Geschäftsstelle des DFV, immer wieder gestellt werden und mit denen wir uns ganz aktuell auseinandersetzen. Die vorherigen und die folgenden Blog-Beiträge beschäftigen sich genau mit diesen Fragen. Weiterlesen „Dauerbrenner Franchiserecht: Kündigungs- und Vertragsstrafenklauseln in Vertriebsverträgen“

Dauerbrenner Franchiserecht: der Schmale Grat zwischen Preisbindung und Preisempfehlung

Wooden gavel resting on its end on a wooden table in front of an open law book conceptual of a judge, courtroom and judgementsFragen die immer wiederkehrend auftauchen. Fragen die uns, der Geschäftsstelle des DFV, immer wieder gestellt werden und mit denen wir uns ganz aktuell auseinandersetzen. Die vorherigen und die folgenden Blog-Beiträge beschäftigen sich genau mit diesen Fragen. Heute geht es weiter mit:

Ab wann liegt eine Preisbindung vor und bis wann kann von einer Preisempfehlung ausgegangen werden? Kartellrechtlich ist eine Antwort zur Abgrenzung umstritten und beschäftigt des Öfteren die Rechtsprechung. Weiterlesen „Dauerbrenner Franchiserecht: der Schmale Grat zwischen Preisbindung und Preisempfehlung“

Was bewegt das Franchiserecht aktuell? Lieferantenzuschuss: Verpflichtung des Franchisegebers zur Auskunft?

Fragen die immer wiederkehrend auftauchen. Fragen die uns, der Geschäftsstelle des DFV, immer wieder gestellt werden und ganz aktuell beschäftigen. Die folgenden Blog-Beiträge beschäftigen sich genau mit diesen Fragen. Heute starten wir mit:

Keine Verpflichtung zur Weitergabe von „kick-backs“

Die Weitergabe von Einkaufsvorteilen oder Rückvergütung („kick-backs“) war über  lange Zeit umstritten und sorgte für Diskussion im Franchiserecht. Erst eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2008 brachte hier Klarheit. Danach ist der Franchisegeber zur Weiterleitung von Lieferantenzuschüssen an den Franchisenehmer nicht kraft Gesetzes verpflichtet. Eine Verpflichtung liegt nur dann vor, wenn der Franchisevertrag selbst eine solche regelt. Weiterlesen „Was bewegt das Franchiserecht aktuell? Lieferantenzuschuss: Verpflichtung des Franchisegebers zur Auskunft?“

Fragen zum Franchiserecht: Preisbindung, Höchstpreisbindung oder Preisempfehlung? Was ist erlaubt und was nicht?

Ausgangslage

Der schmale Grat zwischen Preisbindung und Preisempfehlung ist ein kartellrechtlicher Bereich, der die Gerichte des Öfteren beschäftigt.

Der Bundesgerichtshof hat hierzu einen Beschluss gefällt, der genau dieses Themenfeld betrifft und die Franchisewirtschaft interessieren dürfte.

Vorweg gestellt sei zu sagen, dass eine Preisbindung grundsätzlich verboten ist  (Art. 4 Vertikal-GVO, § 1 GWB). Zwei Ausnahmen seien hier aber zu nennen: die Höchstpreisbindung und die Preisempfehlung. Auf die letztere Ausnahme gilt es im Folgenden näher einzugehen. Die Preisempfehlung – mit seinen Abgrenzungsfragen –  wird in dem Beschluss des BGH problematisiert. Die Rechtslage besagt, dass Preisempfehlungen grundsätzlich zulässig (Art. 4 GVO) sind. Diese fallen, auf Grund der Einseitigkeit der Maßnahme (es wird nur eine Empfehlung ausgesprochen), bereits nicht unter den Art. 101 Abs. 1 AEUV (= Art. 81 Abs. 1 EGV). Nichtmarkenwaren und Dienstleistungen sind damit eingeschlossen. Wenn diese Preisempfehlung aber mit Druck oder Anreiz ausgesprochen wird, fällt diese unter den Tatbestand der sogenannten Umgehungspreisempfehlung und ist damit unzulässig.

Sachverhalt

Ein Einzelhändler vertreibt insbesondere Schulranzen und Rucksäcke über das Internet. Ein Außendienstmitarbeiter des Herstellers fragt beim Einzelhändler nach, wie die sehr geringen Endpreise zustande kämen. Weiterhin drückt er sein Unverständnis über die Wirtschaftlichkeit dieser Preise aus und verweist auf die unverbindlichen Preisempfehlungen des Herstellers.

Begründung des Gerichts

Die Vorinstanz hat festgestellt, der Einzelhändler habe den Telefonanruf des Außendienstmitarbeiters nur dahingehend verstehen können, dass dieser angesichts der erheblichen Abweichung der Preise von denen seiner Konkurrenten im Interesse einer Preisangleichung intervenierte. Weiterhin hat die Vorinstanz mit berücksichtigt,  dass der Außendienstmitarbeiter auf die Frage des Einzelhändlers, ob seine Äußerung zur mangelnden betriebswirtschaftlichen Nachvollziehbarkeit der Kalkulation bedeute, dass der Hersteller ihn nicht mehr beliefern werde, nur antwortete, dies nicht gesagt zu haben und die Äußerung schlicht wiederholte, statt sich eindeutig zur weiteren Belieferung Einzelhändlers zu äußern.

Unter diesen Umständen bestätigt der BGH die Begründung der Vorinstanz, dass der Hersteller mit dem Verhalten und den Äußerungen des Außendienstmitarbeiters unzulässigen Druck auf die Preisgestaltung des Einzelhändlers ausgeübt hat. Es wird damit aber immer noch nicht abschließend geklärt, ob nach Übersendung einer unverbindlichen Preisempfehlung bereits jedes Gespräch des Lieferanten mit Händlern über deren Preisgestaltung als eine nach § 21 Abs. 2 GWB unzulässige Einflussnahme auf die Preisgestaltung der Händler angesehen werden kann.

Fazit

Wieder einmal zeigt sich, dass die Kontaktaufnahme von Herstellern mit ihren Händlern mit dem Ziel der Preispflege kartellrechtlich mehr als problematisch ist, auch wenn der BGH offenlässt, ob er die besonders restriktive Linie des Bundeskartellamts teilt.