Trotz anhaltender gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten behauptet sich die deutsche Franchisewirtschaft weiterhin als verlässlicher Wachstumsmotor. Laut der aktuellen Studie des Deutschen Franchiseverbands konnte die Zahl der Franchiseunternehmer im Jahr 2024 auf 148.577 gesteigert werden, was einem Zuwachs von 0,9 % entspricht. Damit widersetzt sich die Franchisewirtschaft dem gesamtwirtschaftlichen Trend, denn im selben Zeitraum gingen die Unternehmerzahlen insgesamt weiter zurück.
Umsatzsteigerung gegen den Trend der Gesamtwirtschaft
Mit einem Gesamtumsatz von 149,2 Milliarden Euro verzeichnete die Franchisewirtschaft im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 1,1 % gegenüber 2023, während das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland nominal um 0,2 % schrumpfte. Damit unterstreicht die Branche erneut ihre konjunkturelle Resilienz. Seit 2012 hat sich der Umsatz der Franchisewirtschaft sogar um 42 % gesteigert, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 4,6 % entspricht.
Jobmotor mit hoher Stabilität: Über 829.000 Beschäftigte
Auch als Arbeitgeber bleibt Franchising in Deutschland ein wichtiger Stabilitätsfaktor. Rund 829.700 Menschen sind in deutschen Franchisesystemen beschäftigt. Jeder neue Franchisenehmer schafft im Schnitt 5,6 zusätzliche Arbeitsplätze, was die Franchisewirtschaft zu einem echten Beschäftigungsmotor macht.
Franchisepartner erfolgreicher als klassische Gründer
Die Fünfjahres-Überlebensrate von Franchiseunternehmen liegt mit 66,5 % signifikant über dem Wert von klassischen Existenzgründern, deren Quote bei lediglich 38,1 % liegt. Auch Nachfolgeregelungen sind in der Branche professionell organisiert: 74 % der Unternehmensnachfolgen wurden im vergangenen Jahr erfolgreich umgesetzt. Dies zeigt die strukturelle Reife und Stabilität des Geschäftsmodells.
Optimistisches Stimmungsbild trotz politischer Herausforderungen
Der Franchise Klima Index (FKI), ein Indikator für die wirtschaftliche Stimmung innerhalb der Branche, stieg zum Jahresende 2024 auf 136 Punkte – ein Zeichen für robuste Geschäftslage und Zukunftsvertrauen. Dennoch sehen 70 % der Systeme die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen kritisch oder sehr kritisch. Bürokratiebelastung, Fachkräftemangel und Finanzierungshürden gehören zu den zentralen Herausforderungen. Besonders ausgeprägt ist die Belastung durch überbordende Bürokratie: 80 % der Systeme nannten diese als bedeutendes Hemmnis.
Strategische Schwerpunkte 2025: Partnergewinnung und Digitalisierung
Für das Jahr 2025 setzen die Franchisesysteme klare Prioritäten: An erster Stelle steht mit 91 % die Gewinnung neuer Franchisepartner, dicht gefolgt von Digitalisierung der Produkte und Services sowie interner Schulung und Markenpflege. Diese Ausrichtung spiegelt die systematische Weiterentwicklung der Branche und ihren Fokus auf nachhaltiges, strukturiertes Wachstum wider.