Franchise Statistiken und Studien

Als Interessenvertretung für professionelles Franchising nimmt der Deutsche Franchiseverband seine Aufgabe ernst, substantielle Zahlen, Daten und Fakten der bundesdeutschen Franchisewirtschaft zur Verfügung zu stellen. Dafür wurde sich das vergangene Jahr genau angeschaut und sowohl Mitgliedsunternehmen, als auch nicht organisierte Franchisesysteme zu individuellen Entwicklungen im Jahr 2021 befragt. Lesen Sie im Folgenden zu unseren Franchise Statistiken und Studien sowie über den Franchise Klima Index.

Franchise Statistik der deutschen Franchisewirtschaft

Die aktuelle Franchisestatistik zeigt auch im zweiten Krisenjahr eine stabile Entwicklung der Franchisewirtschaft auf. Demnach hatten die bundesweit rund 920 Franchisesysteme im vergangenen Jahr 141.821 Franchisepartner, das sind 2,2% mehr als noch im Vorjahr. Insgesamt sind rund 787.207 Mitar-beitende bei den 180.984 (+ 2,7%) Franchisebetrieben beschäftigt. Zahlen, die für eine stabile Basis sprechen. Darauf deutet auch der Umsatz der gesamten Franchisewirtschaft in Deutschland hin: Dieser verbessert sich im zweiten Krisenjahr mit leichtem Plus auf 135,8 Milliarden Euro.

Franchise Statistik 2021

Franchise Statistik 2020

Franchise Statistik 2019

Franchise Statistik 2018

Franchise Statistik 2017
 

Auszug aus den Franchise Statistiken für 2021:

Quelle: Deutscher Franchiseverband e.V. (mit wissenschaftlicher Begleitung der digital business university)

Franchise Klima Index (FKI) zeigt Stimmungslage unter Mitgliedssystemen auf

Zweimal jährlich fragt der FKI das Geschäftsklima innerhalb der Mitgliedssysteme ab. Brach er zu Beginn der Pandemie im ersten Halbjahr 2020 deutlich auf 122% ein, erholte sich das Stimmungsbarometer im Sommer 2021 auf den Positivwert 145%. Am wieder stärker Corona-geprägten Jahresende 2021 sank dieser Wert nur wenig auf 142% und bleibt damit nahezu auf Vor-Krisen-Niveau.

Eine leichte Abschwächung der Stimmungslage bestätigen neben den Franchisegebenden auch die Partner beim vergleichenden Blick zurück. Zeigte sich die Stimmungslage in den befragten Franchisesystemen vor der Coronakrise ausgesprochen positiv (Stimmung ist hervorragend: 23%, Stimmung ist gut: 58%), so bleiben diese Werte aktuell mit 17% (hervorragend) und 42% (gut) hinter ihnen zurück, geben aber in der derzeitigen Situation dennoch eine gute Stimmungslage wieder. 30% waren eher neutraler Stimmung und 9% bzw. 2% gaben an, schlechter bzw. sehr schlechter Stimmung zu sein. Etwas abfallender ist die Einschätzung der Franchisepartner. Lag ihre Stimmung vor der Krise mit 84% bei hervorragend/gut und 4% bei sehr schlecht/schlecht sowie 12% bei neutral auf außerordentlich positivem Niveau, so rutscht diese im zweiten Coronajahr ab. Aktuell gaben 50% der Franchisenehmenden an hervorragender/guter Stimmung zu sein. Demgegenüber stehen 25% mit sehr schlechter/schlechter. 25% der Partner hielten ihre Stimmung für neutral. „Natürlich hat sich die Stimmungslage auch in Teilen der Franchisesysteme eingetrübt. Nach zwei Jahren pandemie-bedingter Einschnitte wundert das nicht. Dass der Franchise Klima Index mit seinen differenzierten Erhebungsschwerpunkten aber ein so beständiges Bild aufzeigt, spricht für Stabilität und Widerstandskraft robuster Systemstrukturen. Gute Voraussetzungen also, um Krisen entschieden zu begegnen,“ wertet Torben Leif Brodersen, Hauptgeschäftsführer Deutscher Franchiseverband, die Ergebnisse.

Krisentauglichkeit auch im zweiten Pandemiejahr bestätigt: Auf die Frage nach der Krisensicherheit des Franchiseprinzips gaben 98% der Befragten an, Franchising als Kooperationsform eigenständiger Unternehmen besonders krisensicher einzuschätzen. Das sind nochmal 2 Prozentpunkte mehr als im vergangenen Sommer. „Die enorme Zustimmung für unser Geschäftsmodell zeigt deutlich: Auch nach zwei herausfordernden Jahren hat sich das Geschäftsmodell nicht leergelaufen. Die Fran-chisewirtschaft hat ihren Entwicklungswillen und ihre Innovationskraft bewiesen. Auch wenn einige Branchen hart zu kämpfen haben, so zeigt sich auch und gerade bei ihnen ein beeindruckender Gestaltungswille,“ analysiert Kai Enders, Präsident Deutscher Franchiseverband. „Dass sich der Zuspruch für das Geschäftsmodell auch für uns als Franchiseverband in einem Mitgliederplus von 10% widerspiegelt, bestätigt uns als Interessenvertretung“ zeigt Enders auf.

Corona-Folgen werden unterschiedlich wahrgenommen:Wie sich die Folgen und Einschnitte der Corona-Maßnahmen auf Franchisesysteme auswirken, wird different wahrgenommen. Erlebten in der Erhebung des 1. Halbjahres 37% der im Franchiseverband organisierten Systeme die Auswirkungen der Corona-Krise negativ, so ist dieser Wert aktuell auf 50% gestiegen. Neutral oder sogar positiv nimmt also die Hälfte der Mitgliedssysteme die Folgen der Pandemie wahr. Diese Momentaufnahme im Stimmungsbild lässt sich weiter einordnen, wenn die Aufholdauer coronabedingter Einbußen berücksichtigt wird: 36% der befragten Franchisesysteme schätzen weniger als sechs Monate, um die krisenbedingten Einbußen aufzuholen, etwa ein halbes Jahr schätzen 10%, ein Jahr 18%. Demnach werden 64% der Befragten etwaige Einbußen innerhalb eines Jahres aufgeholt haben. 28% werden dies in ein bis zwei Jahren geschafft haben und 8% benötigen mehr als zwei Jahre. „Wie lange die Unternehmen benötigen, um die Einbußen durch Pandemie und präventive Maßnahmen aufzuholen, gibt uns realistisch Auskunft über deren tatsächliche Belastung. Dass über zwei Drittel der Systeme maximal ein Jahr benötigen, deutet erneut auf einen guten Umgang mit der Krise hin“ bewertete Torben Leif Brodersen die Datenlage. „Es ist erfreulich, dass die Franchisewirtschaft durch ihre Branchenvielfalt insgesamt stabil dasteht. Allerdings darf das positive Gesamtbild die Betroffenheit einzelner Branchen und Segmente nicht negieren. Ihnen muss die Politik auch nach der Krise Unterstützung und praktische Erleichterungen zugestehen,“ fordert Brodersen.

Informationen zum FRANCHISE KLIMA INDEX (2. Halbjahr 2021)

Quelle: Deutscher Franchiseverband e.V. (mit wissenschaftlicher Begleitung der digital business university)

Studien zu Franchising

Zufrieden selbstständig:

85% der Franchisenehmer würden sich erneut für ihr System entscheiden

81% würden System im Freundes- und Bekanntenkreis weiterempfehlen.
80 % der zufriedenen Franchisepartner sind nach vier Jahren noch aktiv.
Aufgabequote der weniger zufriedenen Franchisenehmer: 38 % Das Internationale Centrum für Franchising und Cooperation (F&C) in Münster hat die Zufriedenheit von Franchisenehmern in deutschen Systemen untersucht. Darüber hinaus wurde deren Bindung an das und ihre Verbundenheit mit dem gewählten Franchisesystem sowie die Aufgabequoten erhoben. Die Studie beantwortet die Frage „Franchising als Erfolgsgarant für Existenz- und Unternehmensgründungen?“ folgendermaßen: Franchising ist eine Form der Selbstständigkeit mit hohem Erfolgspotenzial, wenn ein Franchisesystem professionell geführt wird. Von zentraler Bedeutung ist dabei auch das Management der Beziehungsqualität zwischen Franchisezentrale und Franchisenehmern. Gleichzeitig ist Franchising aber kein Erfolgsgarant. Unternehmertum erfordert den Einsatz des Unternehmers vor Ort und es ist immer auch mit wirtschaftlichen Risiken verbunden. Die vorliegende Erhebung basiert auf empirischen Daten (anonym durchgeführte Partner-Zufriedenheitsanalysen) in 89 DFV-Mitglieds- Franchisesystemen mit ca. 10.700 Franchisenehmer-Betrieben.
F&C-Studie Nr. 19
Erfolg im Franchising. Franchising als Erfolgsgarant für Existenz- und Unternehmensgründungen?
Weitere Informationen:

Franchisegründungen sind erfolgreich(er)

aber nur unter bestimmten Voraussetzungen

Dies zeigt eine Studie des Internationalen Centrums für Franchising & Cooperation (F&C), einem wissenschaftlichen und unabhängigen Institut der Universität Münster. Sie befasst sich mit der Forschungsfrage „Franchising als Erfolgsgarant für Existenz- und Unternehmensgründungen? - Überlebensraten und Erfolgsfaktoren in Franchise-Systemen“. Die Studie analysiert aktuelle Überlebensraten von Franchisegründungen in Franchisesystemen aus den Franchise Statistiken der Jahre 2011-2013, d.h. es werden Franchisegründungen im Zeitraum 2007-2012 betrachtet. Zudem werden zentrale Erfolgs-faktoren herausgearbeitet, die erfolgreiche und weniger erfolgreiche Franchisesysteme voneinander unterscheiden.
Auszug F&C-Studie Nr. 19
Franchisegründungen sind erfolgreich(er) – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen
Weitere Informationen:

Weitere Franchise Studien

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Internationales Centrum für Franchising und Cooperation 2009
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Bundesverband Deutscher Stiftungen / Internationales Centrum für Franchising und Cooperation 2008
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Deutsche Bank Research / Internationales Centrum für Franchising und Cooperation 2007
Franchisenehmerselektion am Beispiel deutscher Franchisesysteme – Eine empirisch gestützte Analyse zur Identifikation und Fundierung potenzieller Selektionskriterien
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