Mit 8.160 ausgewerteten Franchisenehmerbefragungen aus 178 Systemchecks in 131 Franchisesystemen gehört die Untersuchung zu den größten empirischen Studien zum Franchising in Deutschland. Ihr zentrales Ergebnis: Franchisenehmer-Zufriedenheit ist kein weicher Faktor, sondern ein strategischer Erfolgshebel. Sie beeinflusst die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die Partnerbindung, die Empfehlungsbereitschaft sowie die langfristige Stabilität und Zukunftsfähigkeit von Franchisesystemen direkt.
„Die Ergebnisse zeigen klar: Die Franchisenehmer-Zufriedenheit ist ein belastbarer Indikator für die Qualität und Zukunftsfähigkeit eines Franchisesystems“, erklärt Prof. Dr. Achim Hecker, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Franchiseverbandes. „Der Systemcheck erfasst genau die Faktoren, die nachweislich den größten Einfluss auf Zufriedenheit und Erfolg haben – von der Beziehungsqualität bis zum Marktauftritt des Systems.“
Das Zufriedenheitsniveau ist insgesamt hoch: Rund 75 Prozent der Franchisenehmer sind zufrieden, insbesondere mit der Zusammenarbeit mit dem Franchisegeber, den Schulungsangeboten sowie der Betreuung durch den Außendienst. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, wo konkreter Verbesserungsbedarf besteht – vor allem bei betriebswirtschaftlicher Beratung, Unterstützung in der Gründungsphase sowie bei Controlling- und Qualitätssicherungsleistungen der Zentrale. Die statistischen Analysen zeigen eindeutig, welche Faktoren die Zufriedenheit maßgeblich treiben: Neben dem eigenen geschäftlichen Erfolg sind vor allem die Qualität der Beziehung zum Franchisegeber, ein überzeugender Marktauftritt sowie gezielte Unterstützungsleistungen entscheidend.
Auffällig ist zudem eine systematische Fehleinschätzung: Franchisegeber bewerten die Zufriedenheit ihrer Partner häufig höher als diese selbst. Genau hier setzt der Systemcheck des Deutschen Franchiseverbandes an: Er schafft objektive Transparenz, macht Stärken und Schwächen sichtbar und liefert damit eine belastbare Grundlage für strategische Entscheidungen.
„Der Systemcheck ist kein Selbstzweck, sondern ein echtes Führungs- und Entwicklungsinstrument“, betont Hendrik Martschinke, Präsident des Deutschen Franchiseverbandes. „Die Studie bestätigt, dass Qualität im Franchising messbar ist – und dass Systeme, die die Perspektive ihrer Franchisenehmer ernst nehmen, langfristig erfolgreicher sind. Das ist ein starkes Signal für die gesamte Franchisewirtschaft.“
Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Franchisenehmer keine homogene Gruppe sind: Alter, Geschlecht und Dauer der Systemzugehörigkeit beeinflussen, welche Faktoren für die Zufriedenheit besonders relevant sind. Während jüngere Partner und Franchisenehmerinnen stärker auf Transparenz, Beziehung und Unterstützung achten, legen erfahrene Partner mehr Wert auf Marktauftritt, Stabilität und Qualitätssicherung. Für Franchisegeber bedeutet das: Standardlösungen greifen zu kurz – gefragt sind differenzierte, zielgruppenspezifische Ansätze.
Das Fazit der Studie: Der Systemcheck des Deutschen Franchiseverbandes ist ein valides und belastbares Instrument zur Qualitätssicherung und strategischen Steuerung. Er macht Qualität messbar, deckt konkrete Handlungsfelder auf und unterstützt Franchisesysteme dabei, sich gezielt weiterzuentwickeln. Gleichzeitig stärken die Ergebnisse das Vertrauen von Gründungsinteressierten, Investoren und der Öffentlichkeit in das Franchising als nachhaltiges Geschäftsmodell.
» Die Studie steht hier zum Download bereit.
Der Wissenschaftliche Beirat des Deutschen Franchiseverbandes vereint führende Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, um die Franchisewirtschaft fundiert weiterzuentwickeln. Das interdisziplinäre Gremium unterstützt den Verband mit Analysen, Studien und Gutachten zu zentralen Themen wie Partnerzufriedenheit, Unternehmensnachfolge und Digitalisierung – mit dem Ziel, praxisnahe Impulse für erfolgreiche Franchise-Partnerschaften zu liefern. Zum wissenschaftlichen Beirat gehören:
Dr. Achim Hecker, Professor für Digital Leadership, DBU Digital Business University of Applied Sciences, Berlin, Beiratsvorsitzender
Dr. Dr. h.c. mult. Michael Martinek, Professor em. deutsches und internationales Privat- und Wirtschaftsrecht, stellv. Beiratsvorsitzender
Dr. Martin Ahlert, Experte für Qualitätsmanagement, Kundenzufriedenheit & digitale Reputation, Geschäftsführer von igenda / F&C, Honorary Associate Professor (Corvinus University Budapest), Münster
Dr. Barbara Kastlunger, Professorin für Digital Consumer Behavior & Insights, DBU Digital Business University of Applied Sciences, Wien
Dr. Josef Windsperger, Professor für International Business an der Universität Wien
Der Deutsche Franchiseverband ist die wirtschaftspolitische Interessenvertretung des Geschäftsmodells Franchise in Deutschland und repräsentiert als Qualitätsgemeinschaft rund 450 Mitglieder aus etwa 25 verschiedenen Branchen – darunter Handel, Handwerk, Pflege, Gastronomie, Immobilienwirtschaft und Tourismus. Insgesamt stehen die durch ihn vertretenen Franchisesysteme mit Ihren Franchisenehmern für rund 11 Prozent aller Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland. Diese meist mittelständisch geprägten Franchiseunternehmen beschäftigten 2023 mehr als 830.000 Mitarbeiter in über 190.000 Standorten und erwirtschafteten einen Umsatz von rund 150 Milliarden Euro.