Beim vergangenen Deutschen Arbeitgebertag hat Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas versucht, das inzwischen beschlossene Rentenpaket zu verteidigen. Die Reaktionen im Publikum waren spürbar kritisch. Wenige Tage später griff sie diese Reaktionen beim Juso-Kongress wieder auf und sagte den Satz, der seitdem eine Debatte bestimmt hat: Ihr sei „besonders deutlich geworden (…), gegen wen wir eigentlich gemeinsam kämpfen müssen“. So, wie diese Formulierung öffentlich wirkte, stellte sie Arbeitgeber in eine Gegnerschaft zur sozialen Sicherheit. Genau das hat viele irritiert – die Wirtschaft in Deutschland insgesamt und auch uns als Deutscher Franchiseverband.
Denn der Kern sozialer Sicherung ist nicht das Gegeneinander, sondern das gemeinsame Tragen von Verantwortung. Arbeitgeber stehen nicht außerhalb dieses Systems, sie sind ein wesentlicher Teil davon. Ohne Arbeitgeber gibt es keine Beschäftigung, keine Ausbildung, keine Beiträge und keine stabilen Sozialkassen. Dass ausgerechnet eine Bundesarbeitsministerin mit einer solchen Klassenkampfrhetorik arbeitet, verschiebt den Blick weg von Zusammenarbeit hin zu Fronten. Das hilft weder der Sache noch dem Ton im Land – gerade in wirtschaftlich so angespannten Zeiten.
Knapp 150.000 Unternehmer tragen in der Franchisewirtschaft als Sozialpartner Verantwortung für fast 900.000 Mitarbeiter. Sie sichern Arbeitsplätze, bilden aus, eröffnen Chancen und investieren in ihre Teams. Wenn Arbeitgeber pauschal als Gegenpol sozialer Sicherheit erscheinen, trifft das damit auch diese Franchise-Unternehmer und ihre tägliche Verantwortung und Leistung.
Deshalb haben wir gemeinsam mit anderen mittelständischen Verbänden einen Brandbrief an Bärbel Bas gerichtet. Unser Punkt darin war schlicht und bewusst unaufgeregt: Soziale Sicherheit stärkt man nicht gegen Arbeitgeber, sondern mit ihnen – und mit Respekt für ihre Leistung als Sozialpartner.
Der Brief hat ein breites mediales Echo ausgelöst. Er wurde in großen Formaten aufgegriffen und diskutiert, unter anderem in der BILD und in den Tagesthemen. Damit konnten wir uns als Verband sichtbar und wirksam in die Debatte einbringen und klarstellen, warum diese Worte bei uns auf Irritation gestoßen sind. Zugleich bleibt unser Anliegen konstruktiv und nach vorn gerichtet: Soziale Sicherheit gelingt nur im Schulterschluss von Politik, Arbeitgebern und Mitarbeitern – mit Respekt füreinander und für die Verantwortung, die alle Seiten tragen.
