Zur Verbesserung des Existenzgründungsgeschehens: DFV befragt Kauder, Steinmeier, Brüderle & Co.

DFV hat die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag kontaktiert und bittet im Wahljahr um Stellungnahme: Welche Positionen vertreten die Fraktionen beim Thema Existenzgründergeschehen in Deutschland?

Wie ist es in Deutschland um die Gründerkultur bestellt? Diese Frage hat der DFV in den vergangenen Wochen auf seiner Website www.franchiseverband.com gestellt und dabei aussagekräftige Antworten erhalten. Diese lassen nur einen Schluss zu: Es bedarf noch wesentlich größerer Anstrengungen als bisher, um nachhaltig Anreize für Unternehmensgründungen in Deutschland zu schaffen. Daher hat der DFV die Ergebnisse den Fraktionsvorsitzenden im Bundestag zur Verfügung gestellt und gleichzeitig gefragt: Welche Position beziehen die Fraktionen zu diesem Thema? Gerade mit Blick auf die anstehende Wahl hofft der DFV auf aussagekräftige Aussagen, die über das Bekannte hinausgehen.

Torben L. Brodersen, DFV-Geschäftsführer erläutert: „Wir kennen die gängigen Forderungen zur Belebung der Gründerkultur, wie Bürokratieabbau oder stärkere Information über Selbständigkeit an Schulen und Hochschulen. Das reicht aber nicht. Und die Änderungen beim Gründungszuschuss sowie deren Auslegung durch die Arbeitsagenturen ab Anfang 2012 waren ebenfalls nicht sonderlich hilfreich. Im Gegenteil, die Auswirkungen auf das Gründerklima sind massiv – denn es wurden keine Kompensationen geschaffen.“ Der DFV verfolgt das Thema mit besonderem Augenmerk, da auch die meisten Franchisenetzwerke durch Unternehmensgründer wachsen. Brodersen weiter: „Was die Politik angesichts der sicherlich robusten Situation am Arbeitsmarkt aus den Augen zu verlieren scheint, ist, dass gerade die vermeintlich sicheren Angestelltenverhältnisse letztlich von erfolgreichen mittelständischen Betrieben geschaffen wurden und werden. Also von Männern und Frauen, die sich irgendwann einmal bewusst entschieden haben, ein Unternehmen zu gründen.“ Die einzelnen Ergebnisse werden ab sofort regelmäßig auf dem DFV-Blog unter www.franchise.blog.de veröffentlicht.

Neues Angebot: DFV führt Ombudsmannverfahren ein

Ab sofort können Franchisepartner bei Auseinandersetzungen mit Hilfe eines unparteiischen Schlichters eine gütliche Lösung finden. Als Ombudsmann konnte der Franchisepionier und DFV-Ehrenpräsident Prof. h.c. Manfred Maus gewonnen werden.

In jeder guten Partnerschaft kann es zu Meinungsverschiedenheiten kommen – da bildet die Partnerschaft zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer keine Ausnahme. Sollten Konflikte allerdings nicht mehr eigenständig gelöst werden können, kann es sinnvoll sein, einen unparteiischen Dritten als Schlichter einzuschalten. Diese Möglichkeit bietet der DFV ab sofort mit dem neu eingeführten Ombudsmannverfahren. Von dem neuen Verbandsservice profitieren beide Franchiseparteien gleichermaßen: Denn das Verfahren ermöglicht es, Meinungsverschiedenheiten einvernehmlich und ohne ein langfristiges und kostenintensives Gerichtsverfahren beizulegen.
Als Ombudsmann konnte der DFV den erfahrenen Franchisepionier und Gründer der OBI-Organisation Prof. h.c. Manfred Maus gewinnen. Maus, der zudem DFV-Ehrenpräsident ist, zu seinem neuen Engagement: „Ich halte Streitigkeiten für etwas Förderliches, zeigen sie doch auch Chancen auf, Beziehungen zu verbessern. Als Ombudsmann betrachte ich es auch als meine Aufgabe, den Franchisepartnern bei Meinungsverschiedenheiten die Bedeutung von Werten, wie Konsequenz, Disziplin, Haftung und Verantwortung einer Franchisepartnerschaft zu vermitteln. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass dieses Wertepaar dabei hilft, Differenzen aus dem Weg zu räumen und von vorn herein zu vermeiden.“

Dr. h.c. Dieter Fröhlich, Präsident des DFV ergänzt: „Für dauerhaften Erfolg einer Franchisepartnerschaft ist gegenseitiges Vertrauen notwendig. Herr Prof. Maus wird als Ombudsmann sicherlich nicht nur klug schlichten, sondern auch dazu beitragen, dass verloren gegangenes Vertrauen wieder hergestellt wird.“ Das DFV-Ombudsmannverfahren wird durch eine schriftliche Erklärung des Franchisenehmers oder Franchisegebers gegenüber dem DFV eingeleitet. Es ergänzt das bestehende Mediationsverfahren, dass der Verband bereits installiert hat. Das neue Angebot steht ausschließlich den DFV-Mitgliedsunternehmen mit ihren angeschlossenen Partnern zur Verfügung. Die Parteien, die sich für dieses Schlichtungsverfahren entscheiden, dokumentieren, dass sie bereit sind, den Schiedsspruch des Ombudsmannes anzuerkennen. Die Möglichkeit, nach Abschluss des Verfahrens den Rechtsweg vor einem ordentlichen Gericht einzulegen, bleibt davon allerdings unberührt.

DFV-Ombudsmann Prof. h.c. Manfred Maus

Franchisewirtschaft wächst 2012 deutlicher als in Vorjahren

Rund 6.000 neue Franchisenehmer und etwa 50.000 neue Beschäftigungsverhältnisse belegen eine eindeutig positivere Entwicklung als in den Vorjahren. Potenzial konnte dennoch nicht ausgeschöpft werden.

Fast 9 Prozent mehr Franchisenehmer als 2011 und sogar über 10 Prozent mehr Beschäftigungsverhältnisse im Franchising gegenüber dem Vorjahr – so lauten die wesentlichen Ergebnisse der aktuellen Statistik zur Entwicklung der Franchisewirtschaft in Deutschland 2012. Damit fällt das Wachstum deutlich stärker aus als in den Jahren zuvor. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass im vergangenen Jahr mehr als 72.700 Franchisenehmer (2011: 66.900) 546.200 Mitarbeiter (2011: 496.300) beschäftigten. Diese sehr positive Entwicklung wird komplettiert durch ein leichtes Plus beim Gesamtumsatz des Wirtschaftszweigs von etwas über einem Prozent auf 61,2 Milliarden Euro. Einzig bei der Zahl der Franchisegeber ist ein marginaler Rückgang von 990 auf 985 Systeme festzustellen.
Nach Branchen ist der Dienstleistungssektor mit einem deutlichen Zuwachs auf 48 Prozent der größte Bereich (plus 8 % gegenüber 2011). Hierauf folgt der Handel, in dem 27 Prozent aller Systeme angesiedelt sind (minus 5 % gegenüber 2011). Leicht hinzugewonnen hat das Gastgewerbe mit 17 Prozent (plus 1 % gegenüber 2011). Das Handwerk konnte den Zuwachs aus dem Vorjahr nicht halten und liegt nun bei 8 Prozent (minus 4 % gegenüber 2011).

Torben L. Brodersen, Geschäftsführer des Deutschen Franchise-Verbandes e. V. (DFV), der die Untersuchung in Auftrag gegeben hat, zeigt sich zufrieden: „Während allgemein 2012 historisch wenig Existenzgründungen stattfanden, bildet die Franchisewirtschaft einen Gegentrend. Wer sich bei allen aktuellen wirtschaftlichen Unwägbarkeiten für den Weg in die Selbstständigkeit entscheidet, entscheidet sich offensichtlich immer häufiger für eine Gründung im Rahmen eines Netzwerkes und mit Unterstützung eines starken Partners.“ Gleichzeitig gibt sich Brodersen aber auch kritisch und stellt fest: „Wie erfreulich wir die positive Entwicklung beurteilen, wissen wir doch auch aus zahlreichen Gesprächen mit Franchisegebern, dass sie ihre Wachstumsziele 2012 nicht erreichen konnten.“ Diese Aussagen spiegeln sich auch in Ergebnissen einer internen Umfrage unter den DFV-Mitgliedern Ende 2012 wider. So konnten laut dieses Stimmungsbildes rund 37 Prozent der befragten Franchise-Unternehmen „nur“ mit bis fünf neuen Partnern wachsen. Hinzu kommen rund 10 Prozent, die überhaupt keine Franchisenehmer hinzugewonnen haben. „Die meisten Franchisegründungen gab es zudem bei den Zugpferden im Franchising, also bei den etablierteren und größeren Netzwerken“, erläutert Brodersen. „Grundsätzlich bleibt die Franchisenehmer-Gewinnung eine der herausforderndsten Aufgaben in der nächsten Zeit. Hier werden wir vom DFV tatkräftige Unterstützung anbieten, damit alle Systeme in Zukunft wachsen können.“
Ein zusätzliches Ergebnis aus der Erhebung, für die das Internationale Centrum für Franchising & Cooperation aus Münster im Auftrag des DFV verantwortlich zeichnet: Der Frauenanteil im Franchising liegt bei 32,7 Prozent. „Auch hier sehen wir noch viel Potenzial und wollen das Ergebnis zum Anlass nehmen, um mit geeigneten Partnern mehr Frauen für das Franchising zu begeistern“, betont der DFV-Geschäftsführer.

Franchise-Entwicklung 2012

„Wie denkt Deutschland über Existenzgründungen?“

DFV startet Online-Umfrage, um die gesellschaftliche Haltung zu Existenzgründungsvorhaben in Erfahrung zu bringen sowie die Unterstützung durch Institutionen und im sozialen Umfeld.

In Deutschland sinkt die Zahl der Existenzgründungen jährlich. Aktuelle Schätzungen für das Jahr 2012 bestätigen dies. Als Begründung wird oft erklärt, dass es an der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt liegt, bei der sichere Angestelltenverhältnisse einer vermeintlich „unsicheren“ Selbstständigkeit vorgezogen werden. Doch ist das der einzige Grund? Der Deutsche Franchise-Verband will es genauer wissen und geht dieser Frage in einer Online-Umfrage unter www.franchiseverband.com/umfrage nach: „Wie ist es um die Gründerkultur in Deutschland bestellt?“ will die grundsätzliche Haltung zu Existenzgründungsvorhaben in Erfahrung bringen. Dabei wird nach unterschiedlichen Einrichtungen bzw. Umfeldern differenziert: Wie stehen Industrie- und Handelskammern oder die Arbeitsagenturen oder das private Umfeld zu dem Thema? Auch will die Befragung klären, ob es eine ausreichende Unterstützung in den Bereichen Finanzierung und Beratung gibt. Insgesamt geht es um ein Gesamtbild zur gesellschaftlichen Haltung bei diesem Thema, daher ist jeder eingeladen, an der Umfrage teilzunehmen.

Torben L. Brodersen, Geschäftsführer des DFV zum Hintergrund: „Existenzgründungen sind wichtig für den Standort Deutschland: Sie stärken die mittelständische Wirtschaft und schaffen neue Arbeitsplätze. Ohne Existenzgründer kann diese Rechnung aber langfristig nicht aufgehen.“ Von den Umfrage-Ergebnissen erhofft sich der Verband wichtige Erkenntnisse, um hilfreiche Handlungsempfehlungen zu formulieren. Brodersen hierzu: „Wir wollen wissen, was unternommen werden müsste, um Gründungsinteressenten in ihrem Vorhaben zu bestätigen und zu unterstützen – unabhängig davon, ob es sich um einen ‚klassischen‘ Gründer handelt oder um einen Franchisenehmer.“
Die Umfrage erfolgt vollkommen anonym und ist in den kommenden Wochen unter dem Ziellink oder auf der DFV-Startseite www.franchiseverband.com zu finden.

FTD Gründer-Spezial / Schwerpunkt Franchising

Die Ausgabe der Financial Times Deutschland vom 28. Juni 2012 enthielt ein Gründer-Spezial zum Thema Existenzgründung mit dem Schwerpunkt Franchising. Der DFV hat diese Themenzeitung als Kooperationspartner begleitet, die aufzeigt wie vielfältig und attraktiv die Franchise-Wirtschaft (nicht nur) für Gründungsinteressierte ist. Lesen Sie mehr über die „clevere Form der Existenzgründung“ in der Beilage der renommierten Tageszeitung mit mehr als 330.000 Lesern.

Gründerspezial Nr.1/ Juni 2012

Financial Times Deutschland: Gründerspezial

Neuer Franchise-Ratgeber jetzt auch als Online-Version

Kostenloses Nachschlagewerk unter www.franchiseverband.com
Aktion: impulse-Jahresabo für erste 100 Bestellungen der Printausgabe

Der neue Franchise-Ratgeber ist erschienen und kann kostenlos beim Deutschen Franchise-Verband e. V. (DFV) bezogen werden. Dabei haben Interessenten die Auswahl zwischen der Printausgabe oder der neuen Online-Version auf der DFV-Website. Unter www.franchiseverband.com/ratgeber2012-online-version können die Seiten nachgelesen und einzeln oder komplett ausgedruckt werden. Das etablierte Nachschlagewerk enthält Kurzportraits von mehr als 120 DFV-Mitgliedsunternehmen, wichtige Hintergrundinformationen – zum Beispiel zu den Themen Franchise-Vertrag und Finanzierung – sowie hilfreiche Checklisten und Kontaktdaten zu unabhängigen Franchise-Experten.
Exklusiv zur Veröffentlichung der Neuauflage gibt es zudem eine Sonder-Aktion: Der DFV verschenkt 100 Jahresabonnements des Wirtschafts-magazins impulse an die ersten 100 Bestellungen der Print-Ausgabe unter
http://www.franchiseverband.com/franchise-ratgeber.html

„Der DFV und impulse haben viel gemeinsam. Beide informieren über das Thema Existenzgründung und betonen die Bedeutung von umfassendem Wissen“, erläutert DFV-Geschäftsführer Torben L. Brodersen die Hintergründe der Aktion. „Hieraus ist eine enge Kooperation erwachsen. Das zeigt sich beim Engagement des DFV als neuer Partner der Franchise-Gründer-Preise und setzt sich mit der aktuellen Verschenk-Aktion fort.“ Zum neuen Franchise-Ratgeber auf der DFV-Website meint Brodersen: „Mit dem neuen Online-Katalog haben wir einen zusätzlichen Service geschaffen, der sich den Bedürfnissen und Angewohnheiten der User des Web-Zeitalters anpasst. Interessenten können sich unkompliziert einen ersten Überblick verschaffen und die für sie wichtigen Seiten ausdrucken. Das spart Zeit und schont vor allem die Umwelt. Und wer lieber ein richtiges Buch in der Hand hält, bestellt einfach die Printausgabe.“

Der DFV-Franchise-Ratgeber erscheint jedes Frühjahr und ist bei Franchise-Interessenten sehr beliebt. Die Verbandspublikation bietet auf mehr als 140 Seiten gebündeltes Wissen auf dem Weg in die Selbstständigkeit als Franchise-Gründer. Im Mittelpunkt stehen die umfangreichen Profile der Vollmitglieder, unter anderem mit Informationen zu den Einstiegsbedingungen, der Investitionssumme und der Gebührenhöhe.