Was ist ein Geschäftsmodell?

Sie haben eine Geschäftsidee gefunden, die Sie begeistert? Der nächste Schritt ist nun ein Geschäftsmodell für Ihr Unternehmen zu entwickeln. Das gilt für digitale Start-ups genauso wie für Neugründungen in traditionellen Branchen. Bei der Erstellung sollten Sie sich unter anderem Gedanken darüber machen, wie Ihr Unternehmen funktionieren soll, welchen Nutzen Ihre Kunden davon haben, was Ihr Alleinstellungsmerkmal ist und wie Sie damit Geld verdienen wollen. Los geht's!

Was steckt hinter dem Begriff "Geschäftsmodell"?

Ein Geschäftsmodell oder Business Model stellt den Übergang von der Geschäftsidee zum Businessplan dar. Es ist sozusagen die Weiterentwicklung der Idee, die aber noch nicht so detailliert ausgearbeitet ist wie der Businessplan, jedoch dessen Grundlage bildet. Per Definition beschreibt ein Geschäftsmodell, wie Ihr Unternehmen im Wesentlichen funktioniert und was es zu dem macht, was es ist: also Ihr Angebot, dessen Nutzen oder Mehrwert für den Kunden und wie Sie damit Umsätze erwirtschaften. Mit anderen Worten zeigt ein Business Model, warum, womit und wie Sie mit Ihrem Unternehmen Geld verdienen werden. Es gibt kein allgemein-gültiges Geschäftsmodell, sondern viele verschiedene Konzepte und Methoden, ein erfolgreiches Geschäft auf dem Markt zu etablieren. Nicht nur bei einer Neugründung sollten sie sich darüber Gedanken machen. Auch etablierte Unternehmen sollten in regelmäßigen Abständen Ihr Geschäftsmodell überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Warum ist ein Geschäftsmodell wichtig?

Bei wachsender Konkurrenz muss jedes Unternehmen, egal wie groß es ist, sein Alleinstellungsmerkmal finden, um sich erfolgreich auf dem Markt durchzusetzen. Einfache, traditionelle Geschäftsmodelle wie früher (zum Beispiel: "Der Bäcker backt Brot") funktionieren heute meist nicht mehr. Neue Geschäftsideen, Innovationen und das gewisse Etwas müssen her!

Das alles erarbeiten Sie innerhalb eines innovativen Geschäftsmodells. Dieses hilft Ihnen, das eigene Unternehmen besser zu verstehen, es zu optimieren und sich dadurch gegenüber Wettbewerbern zu positionieren. Der Kundennutzen sollte dabei immer im Vordergrund stehen, denn ohne Kundschaft wird es mit dem Erfolg schwierig. Mit einem gut ausgearbeiteten Geschäftsmodell können Sie zum Beispiel auch Investoren von Ihrem Vorhaben überzeugen und Ihnen zu verstehen geben, warum sich Ihr Unternehmen durchsetzen wird.

Warum sind digitale Geschäftsmodelle so erfolgreich?

Die Digitalisierung und das Internet schaffen viele neue Strukturen für Unternehmen, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln. Digitale Technologien können in bestehende Geschäftsmodelle integriert werden und diese erneuern, verbessern oder sogar komplett ersetzen. Dies eröffnet zahlreiche neue Chancen auf digitalem Wege durchzustarten. Besonders Start-ups ziehen digitale Geschäftsmodelle vor und sind damit auf dem Vormarsch. Das bekannteste digitale Geschäftsmodell ist der E-Commerce, also der Online-Handel. Immer mehr Online-Shops öffnen Ihre virtuellen Türen für Ihre Kundschaft. Auch analoge Ladengeschäfte bieten oft einen zusätzlichen Online-Shop an, um konkurrenzfähig zu bleiben und mehr potenzielle Kunden zu erreichen.

Solche Veränderungen bestehender Business Modelle, die meist von strategischer Bedeutung sind, werden auch als Geschäftsmodellinnovationen bezeichnet. Denken Sie die digitalen Services unbedingt gleich mit, auch wenn Sie noch ganz am Anfang stehen. Haben Sie digitale Produkte, die Sie anbieten können? Selbst wenn Sie kein E-Business starten - eine Website für die eigene Darstellung im Internet gehört im digitalen Zeitalter zu jedem guten (Offline-) Unternehmen dazu.

 

 

Wie entwickelt man ein Geschäftsmodell?

Es gibt viele Arten und Methoden, ein Business Model zu erstellen. Auf Online-Plattformen finden Sie viele Beschreibungen und Vorlagen dazu wie zum Beispiel Business Modell Canvas, Value Proposition Canvas oder Lean Canvas.

An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen ersten Überblick und die wichtigsten Elemente und Aspekte eines Geschäftsmodells an die Hand geben.

Folgende Fragen helfen bei der Entwicklung von einer Geschäftsidee zum innovativen Geschäftsmodell:

  • Welchen Nutzen biete ich meinem Kunden?
  • Welche Kunden möchte ich ansprechen?
  • Worin besteht mein Angebot?
  • Wie erreicht mein Angebot den Kunden?
  • Wie erziele ich Umsatz?

Fangen wir mit dem Nutzerversprechen oder der Value Proposition an: Im ersten Schritt muss Ihnen klar sein, mit welchem Ziel Sie ein Unternehmen gründen möchten. Also: Welches Problem Ihrer Zielgruppe möchten Sie mit Ihrem Geschäft lösen? Oder positiver ausgedrückt: Welches Bedürfnis wollen Sie erfüllen. Menschen kaufen weniger ein Produkt als den Nutzen eines Produkts. Fragen Sie sich: Welchen Nutzen können Kunden aus Ihrem Unternehmen ziehen? Wodurch wird deren Leben besser? Auch sollten Sie sich Gedanken darüber machen, warum Ihre Zielgruppe genau bei Ihnen kaufen sollte und nicht bei einem Mitbewerber. Was macht Ihr Unternehmen einzigartig und innovativ? Wie möchten Sie sich abheben? Was ist Ihre USP (Unique Selling Proposition)?
Um Ihr Alleinstellungsmerkmal zu definieren, setzen Sie sich unbedingt mit dem Markt und Ihren Wettbewerbern auseinander und analysieren Sie diese. Dadurch erkennen Sie deren Stärken und Schwächen. Finden Sie heraus, was Ihre Kunden zum Kauf bewegt und wie viel sie bereit sind, dafür zu zahlen. Aus diesen Erkenntnissen können Sie Ihre Positionierung entwickeln. Auch sollten Sie eine Zielgruppen-Analyse durchführen. Achten Sie dabei auf demografische Faktoren wie Geschlecht, Alter und Herkunft, aber auch auf Werte und Interessen Ihrer potenziellen Kunden. Bei B2B spielt auch die Branche eine Rolle.

Danach geht es um Ihr Unternehmen an sich. Um Ihr Angebot, den Vertrieb und die Kommunikation, das Management sowie Ihr Team. Bei Ihrem Angebot sollten Sie überlegen, welche Dienstleistungen oder Produkte Sie genau Ihren Kunden anbieten und verkaufen möchten. Wichtig ist auch die Produktion: Beschreiben Sie, wie Sie Ihr Angebot herstellen möchten. Machen Sie das selbst, brauchen Sie Mitarbeiter dafür oder externe Partner und Lieferanten? Das Team insgesamt spielt eine große Rolle als Erfolgsfaktor. Klären Sie vorab, welche fachlichen und sozialen Kompetenzen für Ihr Angebot nötig sind und ob Sie oder Ihr Team dieses Knowhow mitbringen. Manche fehlenden Fähigkeiten können Sie sich einfach aneignen, für andere möglichen Defizite sollten Sie spezialisierte Mitarbeiter oder Partner ins Boot holen. Wählen Sie Ihr Team und Netzwerk gründlich aus und pflegen Sie es. Schließlich funktioniert kein Unternehmen ohne ein fähiges Team.

Genauso wichtig sind ein anständiger Vertrieb und innovative Marketingmaßnahmen. Das Angebot muss Ihre Kunden schließlich erreichen und diese sollen erfahren, wie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung die eigenen Bedürfnisse erfüllt. Beschreiben Sie, wo Ihre Kunden das Produkt kaufen können. Im eigenen Ladengeschäft, in einem Online-Shop oder durch einen Handelsvertreter? Wo und wie machen Sie dafür Werbung? Kommt eine Social Media Strategie oder Online-Marketing in Frage? Kalkulieren Sie, wie viel die Gewinnung eines Kunden kosten darf. Und bedenken Sie die Kundenbindung. Schließlich ist es viel günstiger, einen Kunden an sich zu binden, als immer wieder neue zu akquirieren.


Zu guter Letzt geht es an die Finanzen und das Ertragsmodell. Einerseits müssen Sie sich Gedanken machen, wofür Sie Geld ausgeben. Dazu gehören laufende Kosten wie Miete, Material, Betriebskosten, Marketingausgaben, Versicherungen und Gehälter. Aber auch Investitionen wie die Geschäftsausstattung und die anfänglichen Gründungskosten zählen dazu. Andererseits sollen Sie sich überlegen, wie Sie planen, mit Ihrem Unternehmen Geld zu verdienen, also Umsätze zu erwirtschaften und vor allem Gewinne zu generieren. Überlegen Sie, wie hoch der durchschnittliche Umsatz pro Kunde sein sollte und mit welcher Kaufhäufigkeit Sie rechnen können.


Spielen die einzelnen Komponenten alle zusammen? Haben Sie ausreichend Kapital, fähige Mitarbeiter, die notwendige Ausstattung, einen überzeugenden Onlineauftritt und verlässliche Partnerschaften? Dann steht der Umsetzung Ihres innovativen Geschäftsmodells in die Praxis nichts mehr im Wege!


Der nächste Schritt ist eine professionelle Gründerberatung.

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