Franchise Statistiken und Studien

Als Interessenvertretung für professionelles Franchising nimmt der Deutsche Franchiseverband seine Aufgabe ernst, substantielle Zahlen, Daten und Fakten der bundesdeutschen Franchisewirtschaft zur Verfügung zu stellen. Dafür wurde sich das vergangene Jahr genau angeschaut und sowohl Mitgliedsunternehmen, als auch nicht organisierte Franchisesysteme zu individuellen Entwicklungen im Jahr 2020 befragt. Lesen Sie im Folgenden zu unseren Franchise Statistiken und Studien sowie über den Franchise Klima Index.

Franchise Statistik der deutschen Franchisewirtschaft

Die aktuelle Franchisestatistik zeigt auch im Krisenjahr 2020 eine positive Entwicklung der Franchisewirtschaft auf. Demnach haben die bundesweit rund 930 Franchisesysteme im vergangenen Jahr 138.748 Franchisepartner, das sind 4% mehr als noch im Vorjahr. Insgesamt sind rund 749.198 Mitarbeiter bei den 176.240 (+ 2,6%) Franchisebetrieben beschäftigt, was einer Steigerung von 4,5% entspricht. Zahlen, die selbst im Corona dominierten 2020 auf Wachstum und Weiterentwicklung hinweisen. Verstärkt wird dies durch die Entwicklung des Gesamtumsatzes: Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser um 4,6% auf 135 Milliarden Euro erneut gestiegen.

Franchise Statistik 2020

Franchise Statistik 2019

Franchise Statistik 2018

Franchise Statistik 2017

Auszug aus den Franchise Statistiken für 2020:

Quelle: Deutscher Franchiseverband e.V. (mit wissenschaftlicher Begleitung der digital business university)

Franchise Klima Index (FKI) zeigt Stimmungslage unter Mitgliedssystemen auf

Zweimal im Jahr veröffentlicht der Deutsche Franchiseverband den FRANCHISE KLIMA INDEX (FKI), der die Stimmungslage innerhalb der Mitgliedssysteme abbildet und strukturelle Entwicklungen sichtbar macht. Nach der pandemiebedingten Negativverschiebung des 2. Halbjahres 2020 zeigt der FKI für das 1. Halbjahr 2021 mit 145% einen deutlichen Anstieg, der wieder an die Vor-Corona-Werte anknüpft. Hatte der FKI für das 1. Krisen-Halbjahr 2020 seinen bisherigen Tiefstwert von 122%, zeigte er Ende des Jahres einen positiveren Wert von 138% auf. Aktuell hat sich der FKI im 1. Halbjahr 2021 deutlich spürbar auf 145% verbessert und ist damit wieder auf dem Stand des 2. Halbjahreswerts von 2019.

Stabile Stimmungslage bei Franchisegebern und Partnern: Zeigte sich die Stimmungslage in den befragten Franchisesystemen aus der Retrospektive vor der Coronakrise ausgesprochen positiv (Stimmung ist hervorragend: 20%, Stimmung ist gut: 56%), so bleiben diese Werte aktuell mit 20% (hervorragend) und 44% (gut) hinter ihnen zurück, geben aber in der derzeitigen Situation eine erstaunlich gute Stimmungslage wieder. 17% gaben an, sehr schlechter bzw. schlechter Stimmung zu sein. Weitere 19%, hielten diese eher für neutral. Etwas kritischer sehen das die Franchisepartner. Lag ihre Stimmung vor der Krise mit 69% bei hervorragend/gut und 13% bei sehr schlecht/schlecht sowie 18% bei neutral auf sehr hohem Niveau, so rutscht diese in der Pandemie ab, bleibt aber mit 75% im neutralen und positiven Bereiche auf überzeugend positiven Werten. Aktuell gaben 48% der Franchisenehmer an hervorragender/guter Stimmung zu sein. Demgegenüber stehen 25% mit sehr schlechter/schlechter. 27% der Partner hielten ihre Stimmung für neutral.

„Den durch die Pandemie aufgezwungenen Stresstest hat das Franchisemodell bestanden. Diese Interpretation lässt die stabile Stimmungslage eindeutig zu“, wertet Torben Leif Brodersen, Hauptgeschäftsführer Deutscher Franchiseverband die Umfrageergebnisse. „Die Zahlen in Kombination mit den vielen Kontakten in die Franchisepraxis zeigen auch, dass gelebte Partnerschaft, dass Innovationen und Weiterentwicklungen, dass gegenseitige Unterstützung funktioniert haben. Und das von Jetzt auf Gleich, ohne Vorankündigung.“

Krisentauglichkeit bestätigt: Auf die Frage nach der Krisensicherheit des Franchiseprinzips gaben 93% der Befragten an, Franchising als besonders krisensicheres Geschäftsmodell einzuschätzen. Im Vergleich zur Erhebung Ende 2020 sinkt dieser Wert um minimale drei Prozentpunkte, bleibt aber in seiner Aussagekraft unverändert: „Die Zahlen rund um den Franchise Klima Index zeigen deutlich, dass das Geschäftsmodells Franchise während der Pandemie nicht signifikant an Attraktivität eingebüßt hat. Ganz im Gegenteil. Sie zeigen wie stabil es sich in solch turbulenten Zeiten darstellt und wie belastbar die Netzwerke innerhalb unseres Wirtschaftszweiges sind. Gute Gründe, positiv in die Zukunft zu schauen,“ resümiert Torben Leif Brodersen. Mit 60% erlebt über die Hälfte der Franchisesysteme kaum oder sogar positive Auswirkungen der Pandemie: 40% der im Franchiseverband organisierten Syste-me erleben die Auswirkungen der Corona-Krise negativ – in den Abstufungen spürbar (23%), stark (9%) und sehr stark (8 %). 15% gaben an, kaum Auswirkungen zu spüren. 45% nehmen die Auswirkungen aktuell positiv wahr: spürbar (23%), stark (14%), sehr stark (8%) positiv. Damit wird ein klarer Positivtrend sichtbar – im Vergleich dazu wurden die Auswirkungen in der Erhebung des 2. Halbjahres 2020 so bewertet:  37% (negativ), 35% (positiv) und 28% (neutral).

Erhebung zeigt Auswirkungen auf einzelne Franchisebranchen: Im Handel sehen 33,3% die Auswirkungen der pandemiebedingten Einschränkungen negativ, 58,33% bewerten sie eher positiv. Neutral sehen es 8,33%. Im Dienstleistungssektor werten hingegen 41% die Auswirkungen als negativ, 45% positiv, und 14% neh-men diese kaum wahr. Gastronomie, Freizeit- und Sport-Sektor: 42% negativ, 46% positiv. Neutral: 12%. Beim Handwerk sind laut Erhebung keine negativen Pandemiefolgen spürbar. 57% nehmen keine Auswirkungen wahr und 43% erleben die Auswirkungen sogar als spürbar positiv und stark positiv. „Wir sehen, dass die Branchen weiterhin unterschiedlich durch die Pandemie gekommen sind, die Auswirkungen dementsprechend variieren. Was wir aber auch feststellen ist, dass ein branchenspezifischer Negativtrend nicht zu beobachten ist“ analysiert Torben Leif Brodersen, Hauptgeschäftsführer Deutscher Franchiseverband. „Ein klares Indiz für die Widerstands- und Innovationskraft von Franchisesystemen aus den besonders belasteten Branchen, die die Krise durch Services im Delivery, digitalen Angeboten und dem Onlinehandel zumindest für ihr Konzept deutlich minimieren konnten.“

Dauer zum Aufholen der Einbußen gibt Auskunft über Belastung der Franchiseunternehmen: 43% schätzen weniger als sechs Monate, um die krisenbedingten Einbußen aufzuholen, etwa ein halbes Jahr schätzen 19%, ein Jahr 15%, ein bis zwei Jahre 13% und mehr als zwei Jahre immerhin 10%. „Wie nachhaltig sich die Folgen in Teilen unseres Wirtschaftszweiges halten werden, darauf geben diese Zahlen wichtige Hinweise. Das aktuelle Abflauen der Pandemie sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Unterstützungsbedarf für den Mittelstand auch in den Post-Pandemie-Zeit teils enorm sein wird. Umso wichtiger ist es mit verbindlichen Unterstützungsleistungen der Politik den nachgelagerten Auswirkungen der Pandemie bestmöglich entgegenzuwirken“, fordert Brodersen.

Positive Signale lassen weiter hoffen: Neben der Fokussierung auf das allgemeine Geschäftsklima sowie die derzeitigen Corona-Folgen trifft der FKI auch Aussagen zu weiteren Entwicklungstendenzen. Entscheidende Faktoren sind hier die Franchisepartner-Gewinnung, die Betriebsanzahl und die Mitarbeiterentwicklung. So liegt der Wachstumsindex in der Rubrik Betriebe bei 27%, einem Plus von fünf Prozentpunkten. Die Stimmungslage in Bezug auf die Gewinnung neuer Partner ist um vier Prozentpunkte auf 21% gesunken. Deutlich positiver zeigt sich die Stimmungslage beim Angestellten-Wachstumsindex. Dieser hat neun Prozentpunkte auf 14% zugelegt.  

Informationen zum FRANCHISE KLIMA INDEX (1. Halbjahr 2021)

Quelle: Deutscher Franchiseverband e.V. (mit wissenschaftlicher Begleitung der digital business university)

Studien zu Franchising

Zufrieden selbstständig:

85% der Franchisenehmer würden sich erneut für ihr System entscheiden

81% würden System im Freundes- und Bekanntenkreis weiterempfehlen.
80 % der zufriedenen Franchisepartner sind nach vier Jahren noch aktiv.
Aufgabequote der weniger zufriedenen Franchisenehmer: 38 %

Das Internationale Centrum für Franchising und Cooperation (F&C) in Münster hat die Zufriedenheit von Franchisenehmern in deutschen Systemen untersucht. Darüber hinaus wurde deren Bindung an das und ihre Verbundenheit mit dem gewählten Franchisesystem sowie die Aufgabequoten erhoben.

Die Studie beantwortet die Frage „Franchising als Erfolgsgarant für Existenz- und Unternehmensgründungen?“ folgendermaßen: Franchising ist eine Form der Selbstständigkeit mit hohem Erfolgspotenzial, wenn ein Franchisesystem professionell geführt wird. Von zentraler Bedeutung ist dabei auch das Management der Beziehungsqualität zwischen Franchisezentrale und Franchisenehmern. Gleichzeitig ist Franchising aber kein Erfolgsgarant. Unternehmertum erfordert den Einsatz des Unternehmers vor Ort und es ist immer auch mit wirtschaftlichen Risiken verbunden.

Die vorliegende Erhebung basiert auf empirischen Daten (anonym durchgeführte Partner-Zufriedenheitsanalysen) in 89 DFV-Mitglieds- Franchisesystemen mit ca. 10.700 Franchisenehmer-Betrieben.

F&C-Studie Nr. 19
Erfolg im Franchising. Franchising als Erfolgsgarant für Existenz- und Unternehmensgründungen?
Weitere Informationen:

Franchisegründungen sind erfolgreich(er)

aber nur unter bestimmten Voraussetzungen

Dies zeigt eine Studie des Internationalen Centrums für Franchising & Cooperation (F&C), einem wissenschaftlichen und unabhängigen Institut der Universität Münster.

Sie befasst sich mit der Forschungsfrage „Franchising als Erfolgsgarant für Existenz- und Unternehmensgründungen? - Überlebensraten und Erfolgsfaktoren in Franchise-Systemen“.

Die Studie analysiert aktuelle Überlebensraten von Franchisegründungen in Franchisesystemen aus den Franchise Statistiken der Jahre 2011-2013, d.h. es werden Franchisegründungen im Zeitraum 2007-2012 betrachtet. Zudem werden zentrale Erfolgs-faktoren herausgearbeitet, die erfolgreiche und weniger erfolgreiche Franchisesysteme voneinander unterscheiden.

Auszug F&C-Studie Nr. 19
Franchisegründungen sind erfolgreich(er) – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen
Weitere Informationen:

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