Selbständig machen

Wagen Sie den Schritt in die Selbständigkeit!

Selbstständigkeit ist für viele Arbeitnehmer ein lang gehegter Traum. Die Idee dahinter ist vor allem folgendes: Auf Basis eines passenden Geschäftsmodells ein eigenes Unternehmen führen, die Arbeitszeit frei einteilen können und vor allem der eigene Chef sein!

Es war wahrscheinlich nie einfacher als heute, sich mit einer guten Geschäftsidee selbstständig zu machen. Dank Internet und Digitalisierung stehen viele Möglichkeiten der Unterstützung, Vernetzung oder Tools und Services zur Verfügung, die den Weg erleichtern. Dennoch gibt es zwischen der Idee und der Gründung eines erfolgreichen Unternehmens einige Hürden zu überwinden. Auf dieser Seite werden die wichtigsten Fragen rund um das Thema Selbständigkeit beantwortet, Voraussetzungen und hilfreiche Tipps für Existenzgründer gegeben und Beispiele für erfolgsversprechende Geschäftsideen genannt.

Was bedeutet "sich selbständig machen"?

Unter dem Begriff "sich selbstständig machen" wird in der Regel verstanden, sich eine eigene berufliche Existenz aufzubauen und wirtschaftlich auf eigenen Füßen zu stehen. Als selbständig tätiger arbeitet man nicht mehr als Angestellter und ist keinem Vorgesetzten unterstellt. Für viele Selbständige bedeutet diese unternehmerische Unabhängigkeit ein großer Befreiungsschlag.

Um im beruflichen Sinne von einer Selbstständigkeit zu sprechen, müssen folgende Kriterien erfüllt werden:

  • Sie arbeiten auf eigene Rechnung - das heißt dass Sie die Einnahmen und Ausgaben im Auge behalten müssen und steuerpflichtig sind.
  • Sie sind nicht weisungsgebunden und entscheiden z.B. selbst darüber, einen Auftrag anzunehmen oder abzulehnen.
  • Sie bestimmen selbst die Arbeitszeit und den Arbeitsort. Dies kann von Vorteil sein, wenn Sie privat z.B. Care-Arbeit wie Kindererziehung oder Pflegetätigkeiten zu erledigen haben.  Andererseits müssen Sie für Ihre Kunden und Geschäftspartner ansprechbar sein. Dies kann zu einem hohen Termin- und Leistungsdruck führen. Durch ein gutes Zeitmanagement kann es jedoch gelingen, das eigene Unternehmen zu führen und sich dennoch private Freiräume zu schaffen.
  • Sie nutzen ihre eigenen Betriebsmittel - d.h. Büro-/Betriebsflächen, Infrastruktur, etc.
  • Sie tragen das unternehmerische Risiko, sind also direkt und persönlich für den Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens verantwortlich. Ein Grundverständnis für Finanzen sollte daher vorhanden sein, schließlich sind Sie mit Ihrem Unternehmen auch für Buchhaltung und Steuern verantwortlich.

Insbesondere das letzte Kriterium sorgt häufig dafür, dass der Weg, sich aus der vermeintlich sicheren Existenz als Angestellter in die berufliche Selbständigkeit zu wagen, häufig von Selbstzweifel und Ängsten begleitet wird. Die immer größere Zahl an erfolgreichen Start-ups, die in den letzten Jahren gegründet werden, zeigen jedoch, dass Dieser Schritt durchaus möglich ist.

Arten der Selbstständigkeit

Je nach Blickwinkel gibt es unterschiedliche Arten der Selbständigkeit. Betrachtet man die Motive, aus denen eine selbständige Berufstätigkeit eingegangen wird, kann man zwischen zwei grundlegend verschiedenen Arten unterschieden:

Neben der freiwilligen Selbständigkeit, für die sich die Person bewusst entschieden hat, als er/sie z.B. ein Start-up-Unternehmen gegründet hat, wird häufig auch von unfreiwilliger Selbstständigkeit gesprochen. Diese liegt dann vor, wenn z.B. durch eine Erbschaft die Nachfolge für ein Familienunternehmen angetreten werden muss.

Aus rechtlicher Sicht wird unterschieden zwischen echter und Scheinselbstständigkeit:

Eine sogenannte „echte Selbstständigkeit liegt vor, wenn die oben genannten Kriterien (z.B. Arbeit auf eigene Rechnung, keine Weisungsgebundenheit, Selbstbestimmung von Arbeitszeit & -ort, unternehmerisches Risiko) erbracht werden. Entfallen eine oder mehrere dieser Kriterien und sind somit die unternehmerischen Entscheidungsbefugnisse zu stark eingeschränkt, kann von Scheinselbständigkeit gesprochen werden. Dies hätte, neben möglichen strafrechtlichen Konsequenzen, die Folge, dass beide Parteien nachträglich und rückwirkend Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu entrichten hätten.

Zu guter Letzt kann differenziert werden, ob die selbstständige Tätigkeit die Haupt- oder nur eine Nebenbeschäftigung darstellt:

Als hauptberufliche Selbstständigkeit bezeichnet man, wenn ausschließlich für das selbst gegründete Unternehmen gearbeitet wird. Eine nebenberufliche Selbstständigkeit (bzw. Teilzeitgründung oder Kleinstgründung) ist eine eigenständige unternehmerische Tätigkeit im Nebenerwerb. Neben der Beschäftigung als Angestellter ist man nebenberuflich noch eigener Unternehmer. Diese Option kann sinnvoll sein, wenn die neue Geschäftsidee sehr spezialisiert und der Kundenkreis überschaubar ist, wenig Zeit in Anspruch nimmt und die erwarteten Einnahmen nicht ausreichen, um den Lebensunterhalt komplett zu bestreiten. Wichtig in diesem Fall: Klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber Ihre Pläne im Vorfeld ab, bevor Sie sich selbständig machen, damit es keine Konflikte mit dem Hauptjob gibt.

Franchising - ein einfacher Weg in die Selbständigkeit

Aller Anfang muss nicht schwer sein - das gilt auch, wenn Sie sich selbstständig machen möchten. Alternativ zur Neugründung aus dem Nichts besteht die Möglichkeit, sich unter dem Schirm eines Franchise-Unternehmens eine eigene Existenz aufzubauen. Auf diesem Weg wird das Risiko der eigenen Selbständigkeit vergleichsweise gering gehalten, da Sie als Franchisepartner bereits auf ein bewährtes Konzept, sowie etabliertes Knowhow in den Bereichen Einkauf, Buchhaltung und Controlling oder Marketing zurückgegriffen werden können. Auch der Start unter einer bekannten Marke erleichtert den Einstieg. Als Gründer müssen Sie also nicht bei Null anfangen und können relativ schnell Ihr Unternehmen eröffnen. Auch der finanzielle Aufwand ist kalkulierbar. Ihr Franchisegeber berät Sie vorab über feste und laufende Kosten wie Einstiegsgebühren und monatliche Abschläge, sowie nötige Investitionssummen. Zwar sind Sie bei der Entwicklung der Geschäftsidee und den angebotenen Produkten eingeschränkt, jedoch erhalten Sie vom Franchisepartner Unterstützung in allen Belangen.

Mehr zum Thema "Franchising" erfahren Sie in unserer Rubrik "Franchise-Wissen".

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Exkurs zur Rechtschreibung: Heißt es "selbständig machen" oder "selbstständig machen"?

Was die korrekte Schreibweise des Wortes "selbständig" oder "selbstständig" angeht, herrscht zum Teil Uneinigkeit darüber, welche Variante die richtige ist. Um die Antwort vorwegzunehmen: Beide Varianten sind laut deutscher Rechtschreibung rechtmäßig.

Die Unklarheit ist nachvollziehbar: Für lange Zeit galt einzig die alte Schreibweise "selbständig" ("selb-ständig") als richtig und wurde in dieser Form im Duden verzeichnet. Dem gegenüber wurde im allgemeinen Sprachgebrauch häufig die Version "selbstständig" ("selbst-ständig") verwendet, die übrigens bereits in älteren Wörterbüchern wie dem Adelung (1811) oder dem Grimmschen Wörterbuch (Band 15, 1905) in aufgeführt war.

Die Rechtschreibreform von 1996 hat in diesem Fall für eindeutige Klarheit gesorgt: Beide Formen sind korrekt und dürfen gleichberechtigt verwendet werden! Seitdem hat sich die neue Rechtschreibung mit doppel-st weitgehend durchgesetzt. Laut Duden sind beide Formen korrekt, jedoch wird in der neuen Rechtschreibung "selbstständig" mit doppel-st weitgehend empfohlen.

Das Wort "selbstständig" ist übrigens nicht durch die Kombination der Begriffe "selbst" und "ständig" entstanden, sondern vom mittelhochdeutschen Begriff "selpstênde" abgeleitet, der so viel bedeutet wie "für sich bestehend".

Was braucht es, um sich selbstständig zu machen?

Neben einer guten Geschäftsidee benötigen Sie eine Reihe von Soft-Skills, um den erfolgreichen Schritt in die Selbständigkeit zu gehen. Dazu gehört die fachliche Kompetenz, die nötig ist, um in dem von Ihnen gewählten Geschäftsfeld tätig zu sein. Viele Existenzgründer machen sich aus ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit heraus selbstständig. In diesem Fall besitzen sie durch Berufserfahrung bereits gute Kenntnisse darüber, welches Fachwissen und sonstigen Kompetenzen benötigt werden. Für einige Handwerksberufe oder Freien Berufe sind zudem bestimmte Ausbildungen oder Abschlüsse vorgeschrieben. Informieren Sie sich frühzeitig darüber, ob dies in Ihrem Fall zutrifft und ob Sie die Qualifikationsnachweise besitzen.

Darüber hinaus sollten Sie einige persönliche Eigenschaften mitbringen wie Selbstdisziplin, ein ausgeprägtes Organisationstalent und Zeitmanagement. Auch sollten Sie eine hohe Leistungsbereitschaft und einen gesunden Umgang mit Stress besitzen, denn insbesondere die erste Zeit auf “dem Markt" können sehr anstrengend und zehrend sein.

Grundsätzlich sollte der Schritt zur Existenzgründung gut vorbereitet und organisiert sein. Nutzen Sie dazu Beratungsangebote für Existenzgründer und Start-ups und erstellen Sie einen Business- und Finanzierungsplan.

Eine nachhaltige Geschäftsidee als Basis der Selbstständigkeit

Zuallererst benötigen Sie eine möglichst nachhaltige Geschäftsidee. Diese sollte zu Ihrer Persönlichkeit, aber auch in Ihr geplantes Umfeld passen. Hinterfragen Sie, ob es einen starken Bedarf und eine Nachfrage für Ihre geplantes Produkt oder Ihre Dienstleistung gibt. Schaffen Sie es, Ihre Kunden zu begeistern und längerfristig an sich zu binden? Möchten Sie einen Laden eröffnen oder ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung über das Internet - z.B. im eigenen Onlineshop - vertreiben?
Diese und viele weitere Fragen sollten Sie sich selbstkritisch stellen. Versuchen Sie sich bei aller eigener Begeisterung auch in die Sicht Ihrer potenziellen Kunden hineinzuversetzen. Analysieren Sie den Bedarf und aktuelle Trends um feststellen zu können, dass Ihre Idee auch auf lange Sicht erfolgreich sein kann.

Nutzen Sie Beratungsangebote

Wenn die geeignete Geschäftsidee gefunden wurde, ist es Zeit, sich erste Hilfe von außen zu holen. Professionelle Beratungsangebote speziell für Gründer und Start-ups helfen Ihnen, einen Überblick über die Fülle an Voraussetzungen und gesetzlichen Regelungen zu bekommen, und können Ihnen frühzeitig viele Fragen beantworten. Ihre lokale Industrie- und Handelskammer (IHK) oder auch die Bundesagentur für Arbeit sind gute erste Anlaufstellen für Existenzgründer.

Erstellen Sie einen Businessplan

Wahrscheinlich werden Sie bereits bei der Inanspruchnahme von Beratungsangeboten auf das Thema Businessplan stoßen. In diesem Dokument beschreiben Sie Ihr Unternehmenskonzept und die nötigen Umsetzungsschritte. Ein guter Businessplan sollte folgende Abschnitte enthalten:

  • Executive Summary
  • Beschreibung der Produkt- bzw. Unternehmensidee
  • Beschreibung des Unternehmens und Gründer(-teams)
  • Analyse zu Markt & Wettbewerb
  • Strategie für Marketing & Vertrieb
  • Informationen zur Unternehmensform
  • Finanzplanung
  • Umsetzungsplan mit Meilensteinen
  • Risikobewertung

Die Finanzierung klären

Wie beinahe überall steht das Thema "Geld" auch bei der Existenzgründung und selbständigen Tätigkeit stark im Vordergrund. Falls Sie nicht über das nötige Kapital für Ihre Pläne verfügen, informieren Sie sich über Finanzierungsmöglichkeiten sowie das Thema Gründerförderung. Die Höhe des benötigten Startkapitals sowie den Betrag der zu deckenden laufenden Kosten sollte aus Ihrem Businessplan zu entnehmen sein.

Mögliche Ansprechpartner finden Sie im Service-Finder des Deutschen Franchiseverbands unter der Rubrik "Finanzierung".


Weitere Informationen, sowie eine Schritt-für-Schritt Anleitung alle Dinge, die Sie bei der Existenzgründung beachten sollten finden Sie in unserer Checkliste Firmengründung.

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