Franchise Unternehmen

Grundsätzlich ist es möglich, in nahezu jeder Branche ein Franchise Unternehmen zu gründen. Hierzulande stammen die meisten Franchisesysteme aus den Bereichen Hotellerie und Gastronomie. Besonders beliebt ist die Vervielfältigung von Geschäften, in denen Kaffee, Burger oder Pizza verkauft werden. Neben nationalen Franchisesystemen wie TUI oder Janny’s Eis sind in Deutschland vor allem Fast Food-Unternehmen aus den USA wie beispielsweise McDonald’s oder Subway als bekannte Franchisesysteme landesweit verbreitet. In der Liste der Branchen mit den meisten Franchise Unternehmen folgen knapp auf die Hotellerie und Gastronomie der Fach- und Einzelhandel.

Generell können sowohl Anbieter von Dienstleistungen als auch von digitalen oder stationären Shops mittels Franchising expandieren – von den Bereichen Gesundheit, Fitness und Sport über Nachhilfe, Seniorenbetreuung und Lieferservices bis hin zum Verkauf von Immobilien, Mode oder Möbeln. Die wichtigste Bedingung, die es für ein Franchise Unternehmen zu erfüllen gilt, ist ein bereits erfolgreich laufender Pilotbetrieb, der die Wettbewerbsfähigkeit der Geschäftsidee beweist. Um das eigene, erprobte Konzept an junge Gründer und damit an Franchisenehmer weitergeben zu können, sollte das zukünftige Franchise Unternehmen zusätzlich einige Kriterien erfüllen.

Das Franchisehandbuch enthält Vorgaben und Hinweise

Zunächst muss der Franchisegeber in seinem Konzept eindeutig festgelegte Unternehmensziele definieren, die alle Franchisenehmer später auch erreichen können. Dabei hilft das Franchisehandbuch, das klare Auflagen zu Management, Marketing und Personal für das Unternehmen beinhaltet. So werden beispielsweise Vorgaben für Events oder Auftritte auf Messen konkret formuliert, um ein einheitliches Erscheinungsbild des gesamten Franchise Unternehmens gewährleisten zu können. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, bisherige Franchise Erfahrungen, gesammeltes Wissen und Franchise Know-how im Handbuch festzuhalten, um den eigenen Partnern den Start in das Franchising zu erleichtern.

Zudem muss die Finanzierung des Franchise Systems mittelfristig gesichert sein und eine Überprüfung der Finanzen aller Franchisepartner regelmäßige stattfinden. Dazu zählt auch die vorherige Festlegung des Eigenkapitalbedarfs, den die potenziellen Franchisenehmer vorweisen müssen, um in das Franchise Unternehmen einsteigen zu dürfen. Gleichzeitig müssen die zukünftigen Partner auf ausstehende Lizenzgebühren hingewiesen werden, die zusätzlich zum Eigenkapital benötigt werden. Mit diesen Lizenzgebühren kauft sich der Franchisenehmer vom Franchisegeber die Nutzungsrechte an der Marke – inklusive Namen, Corporate Design und Produkten beziehungsweise Dienstleistungen.

 

 

Lizenzanbieter ist nicht gleich Franchise Unternehmen

Hierbei muss jedoch genau zwischen einem Franchise Unternehmen und einem Lizenzanbieter unterschieden werden. Liegt ein kommerzieller Lizenzvertrag vor, erhält der Lizenzpartner eines Unternehmens gegen eine zuvor festgelegte Gebühr das Recht zur Nutzung ausgewählter Schutzrechte. Dies können zum Beispiel Patente, Marken oder eine Software sein. Der Unterschied zum Franchising liegt dabei darin, dass der Lizenzgeber keine weiteren Verpflichtungen in Form von Betreuung, Schulung oder anderen Unterstützungen gegenüber seinen Vertragspartnern hat.

Werden jedoch zusätzlich zur Lizenz auch ein grundlegendes Know-how und eine erste Hilfestellung bei der Umsetzung einer Geschäftsidee gegeben, handelt es sich um ein sogenanntes Soft-Franchisesystem. Hier findet nur eine kurzzeitige, oberflächliche Betreuung statt, die dem Lizenznehmer beim Start in die Selbstständigkeit helfen soll. Der Franchisegeber und Gründer des Unternehmens kann später aber nicht mehr in die Geschäfte seines Partners eingreifen. Das Soft-Franchising kommt jedoch oftmals nur bei sehr einfachen Geschäftskonzepten, schmalen Margen oder einer hohen Anzahl an Lizenzpartnern zum Einsatz. Nicht selten entwickelt sich ein solches Lizenzsystem später zu einem Franchise Unternehmen weiter.

Der Franchisegeber sorgt für ein einheitliches Unternehmen

Damit das gesamte Franchise Unternehmen auch langfristig erfolgreich bleibt, hat der Franchisegeber einige Aufgaben zu erfüllen, die zum einen das Geschäft vorantreiben und zum anderen die Franchisenehmer unterstützen. Noch vor der Umsetzung eines Franchisesystems müssen die betrieblichen Abläufe perfektioniert und standardisiert werden, damit eine Vervielfältigung des Geschäftsmodells überhaupt möglich ist. Alle Abläufe im Franchisesystem müssen an den neuen Standorten von jedem einzelnen Franchisepartner auf die gleiche Art ausgeführt werden können, damit das Franchise Unternehmen für Außenstehende geschlossen und einheitlich wirkt.

Während der Leitung eines Franchise Unternehmens gehören die Planung der gemeinsamen Werbung – gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit entsprechenden Agenturen –, die Imagepflege sowie die Schulung und Weiterbildung der eigenen Franchisenehmer und deren Personal zu den wichtigen Tätigkeiten des Franchisegebers. Auch für die ständige Weiterentwicklung des grundlegenden Konzeptes, der Artikel und des Services sowie für das Qualitätsmanagement des Systems ist der Gründer des Franchise Unternehmens ununterbrochen verantwortlich.

Das passende Franchise Unternehmen samt Beratung

Der Deutsche Franchiseverband e.V. bietet sowohl den Franchisegebern als auch deren Partnern eine umfassende Beratung und wertvolle Tipps an. Wer noch auf der Suche nach dem thematisch und finanziell passenden Franchise Unternehmen ist, findet beim Systemfinder des Deutschen Franchiseverbands eine große Auswahl an im Verband organisierten Franchisesystemen, die nach neuen Franchisenehmern für ihre erfolgreichen Geschäftskonzepte suchen.

Zum Franchisesystem Finder